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Aktuell Afrika

Gefangenenaustausch in Mali vor Friedensgesprächen

Die malische Regierung und die Tuareg-Rebellen verhandeln nun über die Zukunft des Landes. Die französischen Soldaten im Land waren wieder Ziel eines Selbstmordangriffs.

Als Geste des guten Willens haben die malische Regierung und Tuareg-Rebellen aus dem Norden Gefangene ausgetauscht. Dadurch sollten Spannungen entschärft werden, sagte ein Regierungsvertreter. An diesem Mittwoch treffen sich Vertreter beider Seiten in der algerischen Hauptstadt Algier zu Friedensgesprächen.

Regierungschef Moussa Mara begrüßte die 45 freigelassenen malischen Soldaten und Polizisten auf dem Flughafen in der Hauptstadt Bamako. Gleichzeitig ließ die malische Regierung 41 Tuareg-Rebellen frei. Sie waren bei Razzien im Norden des Landes von Sicherheitskräften festgenommen worden.

Anschlag auf Fremdenlegionäre

Die Tuareg-Rebellen hatten im März 2012 zusammen mit verbündeten islamistischen Gruppierungen den Norden des Landes erobert und für unabhängig erklärt. Vorausgegangen war ein Militärputsch, der Mali ins Chaos gestürzt hatte. Im Januar 2013 intervenierte dann die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und vertrieb Islamisten und Tuareg-Rebellen im Norden Malis wieder von der Macht.

Frieden herrscht dort aber noch lange nicht: Erst am Montag wurde ein französischer Fremdenlegionär bei einem Selbstmordanschlag rund hundert Kilometer nördlich der Stadt Gao getötet, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Der 45-jährige, in Serbien geborene Unteroffizier ist das neunte französische Todesopfer in Mali.

Neues Einsatzgebiet

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte die französische Militäroperation in Mali am Wochenende für "faktisch beendet" erklärt. Allerdings sollen die 1700 französischen Soldaten sich nun an einem Einsatz gegen den Terrorismus in der Sahelzone beteiligen. Die Operation "Barkhane" soll insgesamt 3000 französische Soldaten umfassen. Die Sahelzone verläuft südlich der Sahara und durchzieht auch den Norden Malis.

Eine kritische Bilanz der französischen Mali-Intervention zog unterdessen die deutsche Gesellschaft für bedrohte Völker. Der Militäreinsatz habe die Lage kaum stabilisiert. "Wir stehen heute vor einer ähnlichen Situation im Norden Malis wie im Jahr 2012", erklärte die Organisation am Sonntag. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass Islamisten wieder größere Landstriche und Städte unter ihre Gewalt bekommen.

det/jj (afp, dpa, kna)

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