Gefangene aus Taliban-Gefängnis befreit | Aktuell Asien | DW | 19.11.2017
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Afghanistan

Gefangene aus Taliban-Gefängnis befreit

Afghanische Spezialkräfte haben im Süden des Landes zahlreiche Inhaftierte aus den Händen der radikalislamischen Taliban befreit. Bei einem anderen Einsatz wurden viele Polizisten getötet.

Das "Gefängnis" soll ein Haus im Distrikt Nawzad in der Region Helmand gewesen sein. Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban bestätigte, dass es sich um eines ihrer Gefängnisse handelte. Demnach seien 41 "Mörder, Diebe und Entführer" mitgenommen worden.

Ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz Helmand sprach dagegen nur von 27 Befreiten. Es werde noch untersucht, wer diese Menschen seien. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte einen Polizeisprecher, nach dem unter den Gefangenen auch vier Teenager waren.

Die meisten der Gefangenen waren Zivilisten, auch einige Polizisten seien befreit worden, sagte der Kommandeur der Afghanischen Nationalarmee, Wali Mohammad Ahmadzai. Sie seien angekettet gewesen. Von den Taliban seien ihnen "verschiedenste Verbrechen" vorgeworfen worden.

Die Region Helmand ist eines der Hauptgebiete der Islamisten. Die Taliban betreiben dort eigene Gerichte und Gefängnisse. Manche Beobachter sagen, das Rechtssystem sei effizienter und weniger korrupt als das offizielle. Allerdings seien die verhängten Strafen meistens äußerst hart.

Tote Polizisten im Westen

In der westafghanischen Provinz Farah wurden mindestens elf Polizisten bei einem Taliban-Angriff getötet. "Acht weitere wurden verletzt, vier werden vermisst", sagte Jamila Amini, Mitglied des Provinzrates, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Taliban hätten drei Polizeiposten niedergebrannt und ein Fahrzeug angezündet. Ein Sprecher des Provinzgouverneurs gab die Zahl der getöteten Polizisten mit sechs und die der verletzten mit acht an. Seit dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014 haben die Taliban erheblich an Stärke gewonnen.

mak/bru (dpa, afpe)