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Aktuell Nahost

Gefangenaustausch im Jemen vereinbart

Hunderte Gefangene sollen zwischen Jemens Regierungstruppen und Huthi-Rebellen ausgetauscht werden, doch ein Erfolg ist ungewiss. Zudem droht trotz der Friedensverhandlungen in der Schweiz die Waffenruhe zu kippen.

265 Zivilisten sowie mit der Regierung verbündete Kämpfer sollen im Gegenzug für 360 Huthi-Rebellen freigelassen werden. Das teilten beide Seiten nach Verhandlungen in der Schweiz mit. Der Gefangenenaustausch sei eine vertrauensbildende Maßnahme, um die vereinbarte Waffenruhe zu unterstützen. Seit neun Monaten herrscht im Jemen Bürgerkrieg, der Tauschhandel ist das wichtigste Signal für Fortschritt in den derzeitigen Friedensgesprächen.

Am Dienstag hatten die Verhandlungspartner in Genf beide Seiten zu einer Waffenruhe aufgerufen. Doch nur einen Tag später werfen sich beide Konfliktparteien vor, diese bereits gebrochen zu haben. Der Austausch der Gefangenen sollte noch an diesem Mittwoch erfolgen, forderte Mokhtar al-Rabbash, Mitglied des regierungsnahen Gefangenenkomitees. Als Ort der Übergabe nannte er Jabal al-Orr im Südwesten des Landes.

Waffenruhe soll humanitäre Katastrophe lindern

Der Gefangenentransport der Regierung hat sich laut Rabbash bereits auf den Weg gemacht, man warte nun auf ein Zeichen aus der von Huthi-Rebellen besetzten Hauptstadt Sanaa. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP ist das Internationale Rote Kreuz über den möglichen Austausch bislang nicht informiert.

In dem Konflikt im Jemen sind bislang 6000 Menschen getötet worden. Erst im November hatten die UN auf die verheerende humanitäre Lage hingewiesen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, stehen 19 Lastwagen voll Hilfsgüter für Lieferungen in das Bürgerkriegsgebiet bereit. Die Konfliktparteien hätten zugesichert, Helfer während der Waffenruhe unbeschadet arbeiten zu lassen. Die Nachrichtenagentur AFP meldete allerdings Tote und Gefechtslärm nach Eintreten der Waffenruhe.

Bereits zum zweiten Mal treffen sich die Vertreter der jemenitischen Regierung unter Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi mit ihren Gegnern. Eine erste Verhandlungsrunde im Juni scheiterte. Die Huthi-Rebellen haben mittlerweile weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Als Schiiten werden sie vom Iran unterstützt. Regierungstruppen bekämpfen die Rebellen seit März mit Hilfe einer von Saudi-Arabien geführten Militärallianz.

myk/sti (dpa, rts, afp)