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Top-Thema – Podcast

Gefahren durch tierische Einwanderer

Wenn Tierschützer Nerze freilassen, tun sie der Tierwelt nichts Gutes. Das Einschleppen fremder Arten ist eine Bedrohung für die Artenvielfalt auf der Erde. Durch den weltweiten Handel gelangen fremde Arten in ein Land.

Ein Mink streift durch das Gras

Der Mink verdrängt den europäischen Nerz aus dessen Lebensraum

"Wer Tiere liebt, trägt keine Pelze!". Unter diesem Motto befreien Tierschützer immer wieder Zucht-Nerze aus ihren Käfigen. Vor kurzem haben sie in Dänemark und im Norden Deutschlands wieder einige Tausend amerikanische Nerze, sogenannte Minke, frei gelassen. Doch die meisten dieser Tiere überleben nicht, denn in Gefangenschaft haben sie nicht gelernt, Nahrung zu fangen. Der überlebende Teil dieser Nerze ist aber immer noch größer als die Zahl der einheimischen Nerze.

Die europäischen Nerze sind in einigen Regionen bereits fast ausgestorben, weil sie früher wegen ihrer Pelze oft gejagt wurden. Außerdem wurde ihr Lebensraum durch die Landwirtschaft immer kleiner. Nun treffen die wenigen heimischen Nerze mit den amerikanischen Zucht-Nerzen zusammen, wobei sich meist der amerikanische durchsetzt. Wahrscheinlich wird er den europäischen Nerz bald vollständig verdrängt haben.

Ein weiteres Beispiel für die Verdrängung einer einheimischen Tierart durch eine fremde sind die Seefrösche in Frankreich, die eigentlich aus Osteuropa stammen. Wenn sie sich mit einer anderen Froschart paaren, setzen sich ihre Gene meist durch. Froschschenkel, also die Beine des Frosches, gelten besonders in Frankreich als Delikatesse. Und da der Seefrosch mehr Fleisch besitzt, wird er in Frankreich öfter gezüchtet als andere Arten – und entkommt dann öfter. Die Folge: Einige kleinere Froscharten sind kaum noch zu finden.

Solche Entwicklungen kann man normalerweise nicht mehr rückgängig machen: Wenn sich eine Art auf größere Gebiete ausgebreitet hat, dann lässt sie sich in der Regel nicht mehr entfernen. Gezielte Ansiedlungen fremder Arten durch den Menschen sind selten geworden. Aber durch den weltweiten Handel werden unbemerkt viele Arten in die ganze Welt transportiert oder fahrlässig frei gelassen. So wird die Globalisierung zur Gefahr für funktionierende Ökosysteme.


GLOSSAR

Nerz, der – ein Raubtier aus der Familie der Marder

einschleppen – hier: etwas in ein neues Land bringen

Artenvielfalt, die – die Menge unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten auf der Welt

Pelz, der – das dicke Fell eines Tieres, aus dem man warme Kleidung machen kann

Zucht, die – absichtliche Vermehrung einer Tierart durch den Menschen

einheimisch – schon immer an einem Ort lebend

aussterben – immer weniger werden (Tierart)

sich durchsetzen – hier: den Kampf um Nahrung und Lebensraum gewinnen

verdrängen – sich gegen etwas durchsetzen; den Platz von etwas einnehmen

Gen, das – die Erbanlage; das Erbgut

Delikatesse, die – eine besonders leckere und teure Speise

entkommen – fliehen können; weglaufen können

gezielt – absichtlich; planvoll

Ansiedlung, die – hier: eine Tierart an einem neuen Ort aussetzen

fahrlässig – aus Mangel an Vorsicht; unabsichtlich

Globalisierung, die – die Verstärkung der Beziehungen zwischen den Ländern der Welt (besonders in der Wirtschaft); der weltweite Handel

Ökosystem, das – das Zusammenspiel der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in der Natur


Fragen zum Text

Welches Problem entsteht, wenn Tierschützer Zucht-Nerze freilassen?

1. Die freigelassenen Nerze verdrängen die einheimischen Nerze.

2. Die freigelassenen Nerze nehmen den Menschen ihren Lebensraum weg.

3. Die freigelassenen Nerze attackieren Menschen.

Warum werden Nerze gejagt und gezüchtet?

1. Weil ihr Fleisch sehr lecker ist.

2. Weil aus ihrem Fell wertvolle Pelzmäntel gemacht werden können.

3. Weil sie beliebte Haustiere sind.

Warum sind einige kleinere Froscharten in Frankreich kaum noch zu finden?

1. Weil sich das Klima in Frankreich stark verändert hat.

2. Weil vor allem große Frösche gezüchtet werden, die die kleinen Frösche verdrängen.

3. Weil die Menschen lieber die kleineren Frösche essen und sie deshalb fangen.

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie sind Tierschützer und möchten gegen das Tragen von Pelzmänteln protestieren. Entwerfen Sie in Gruppenarbeit Plakate für Ihre Aktion. Stellen Sie Ihre Argumente gegen Pelzmode und Pelztierzucht in wenigen Sätzen vor. Sie können zum Beispiel humorvolle Werbesprüche oder Reime verwenden, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu wecken.

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