1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Gefühlvolle Werbung zu Weihnachten

Ein Internet-Werbespot namens „#heimkommen“ ist derzeit sehr beliebt. Er handelt von Einsamkeit und Familie. Weihnachten ist die richtige Zeit, um Menschen zu Tränen zu rühren – und so erfolgreich Werbung zu machen.

Ein alter Mann sitzt ganz allein am Tisch. Seine erwachsenen Kinder haben ihm mitgeteilt, dass sie Weihnachten nicht kommen können: Sie haben keine Zeit – wie jedes Jahr. Doch dann erhalten sie die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist und fahren doch nach Hause. Dort wartet der Vater auf sie – lebendig und gesund. „Wie hätte ich euch denn sonst alle zusammenbringen sollen?“, fragt er. Die Familie feiert fröhlich gemeinsam Weihnachten. Happy End. Das ist der neue

Werbespot

einer deutschen Supermarktkette.

Die Adventszeit ist die Zeit für rührende Geschichten. Das zeigt auch der Erfolg des Spots: Er wurde schon über 34 Millionen Mal angeklickt. Die Meinungen zum herzzerreißenden Video sind unterschiedlich. Die einen sind zu Tränen gerührt, die anderen finden es makaber. Bei der Diakonie Deutschland, die sich um alte Menschen kümmert, mag man das Video. „Das trifft die Einsamkeit von vielen alten Menschen ziemlich gut“, findet Sprecherin Ute Burbach-Tasso.

Mit dieser Meinung ist sie nicht allein: Viele Menschen reden über den Werbespot mit dem Titel „#heimkommen“. Das freut die Werbemacher natürlich. Bei Werbepausen im Fernsehen schalten die Zuschauer gerne um, auf YouTube sehen sie sich die Werbung aber gezielt an. Aufwendige Werbespots, die eher Kurzfilmen ähneln, erregen hier viel Aufmerksamkeit – auch wenn das Thema der Spots nichts mit dem Produkt einer Firma zu tun hat.

Trotzdem meint Maik Luckow vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft: „Das Werbekonzept, das immer funktioniert, gibt es nicht.“ Doch schon die Diskussion über den Spot „#heimkommen“ ist für die Firma ein Erfolg, sagt er. Dass das Thema Weihnachten bei Zuschauern besonders beliebt ist, zeigt auch ein anderes Werbevideo: Die

Katze Mog

zerstört aus Versehen ein Haus, die Nachbarn helfen, es wieder zu reparieren – und alle können gemeinsam Weihnachten feiern. Diese Geschichte ist mit über 20 Millionen Klicks aber nicht ganz so beliebt wie der alte Mann.


Glossar

Werbespot, -s
(m., aus dem Englischen) – ein kurzer Werbefilm; ein Video, mit dem man für etwas Werbung macht

derzeit – jetzt; zu dieser Zeit

jemanden (zu Tränen) rühren – dafür sorgen, dass jemand Mitleid oder Trauer für eine andere Person empfindet oder deswegen sogar weint (Adjektiv: rührend)

erfolgreich – mit großem Erfolg

Happy End (n., nur Singular, aus dem Englischen) – ein glückliches Ende

Kette, -n (f.) – hier: eine Firma, die viele Geschäfte und Läden hat

Adventszeit (f., nur Singular) – die vier Wochen vor Weihnachten

etwas an|klicken – mit der Computermaus im Internet einen Link auswählen

herzzerreißend – so, dass etwas starkes Mitleid erweckt; besonders → rührend

makaber – so, dass man über den Tod Witze macht

Diakonie, -n (f.) – der Sozialdienst der evangelischen Kirche

etwas treffen – hier: etwas so zeigen, wie es wirklich ist

Sprecher, -/Sprecherin, -nen – hier: die Person, die eine Organisation in der Öffentlichkeit vertritt

um|schalten – beim Fernsehen einen anderen Sender anmachen

gezielt – mit Absicht; bewusst; geplant

aufwendig – so, dass etwas mit viel Zeit und Arbeit verbunden ist

Aufmerksamkeit erregen – dafür sorgen, dass über etwas gesprochen wird

Konzept, -e (n.) – der Plan; die genaue Idee, wie etwas sein soll

Zentralverband, -verbände (m.) – hier: die zentrale Organisation; der Verein

aus Versehen – ohne Absicht; nicht extra

Klick, -s (m.) – das Auswählen einer Internetseite mit der Computermaus


Fragen zum Text

1. Worum geht es in dem Werbespot „#heimkommen“?

a) Ein alter Mann stirbt, und die Familie muss Weihnachten ohne ihn feiern.
b) Ein alter Mann feiert jedes Jahr Weihnachten mit seinen Kindern.
c) Ein alter Mann tut so, als ob er gestorben wäre, damit die Familie an Weihnachten zu ihm kommt.

2. Ute Burbach-Tasso von der Diakonie Deutschland …
a) findet den Spot gut und rührend.
b) kritisiert, dass der Spot zu makaber ist.
c) hat selber einen Spot über Einsamkeit von alten Menschen produziert.

3. Maik Luckow sagt, dass …
a) das Thema Weihnachten in der Werbung immer erfolgreich ist.
b) es sich für die Firma lohnt, wenn viel über den Spot gesprochen wird.
c) Werbespots heutzutage nichts mit dem Produkt der Firma zu tun haben sollten.

4. Wie lautet der richtige Genitiv? „Der Werbespot … ist sehr bekannt.“
a) des Supermarktkettes
b) der Supermarktkette
c) den Supermarktketten

5. Wie lautet der richtige Genitiv? „Der Spot erinnert an die Einsamkeit … Menschen.“
a) viele
b) vielen
c) vieler


Arbeitsauftrag
Schaut euch den Werbespot über den alten Mann im Internet an. Wie würdet ihr ihn bewerten? Findet ihr ihn makaber oder rührend? Wenn ihr nicht wissen würdet, für wen dieser Spot Werbung macht – würdet ihr es verstehen?

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads