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Top-Thema – Podcast

Gefährlicher Weg nach Europa

Immer wieder passieren Schiffsunglücke im Mittelmeer, bei denen Flüchtlinge sterben. Trotzdem versuchen viele Menschen, auf diesem Weg nach Europa zu kommen. Majid ist einer von ihnen. Er erzählt von seiner Flucht.

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Gefährlicher Weg nach Europa – das Top-Thema als MP3

Für Majid, der seinen richtigen Namen nicht nennen möchte, war das Leben in Syrien seit Ausbruch des Krieges unerträglich geworden. Deshalb entschloss er sich, gemeinsam mit seinem Bruder das Land zu verlassen. Von Damaskus kamen die Brüder über die Türkei, Algerien, Libyen und Italien bis nach Deutschland. Das Geld für die Flucht haben sie von Verwandten bekommen.

Freunde halfen Majid und seinem Bruder bei der Vorbereitung. Syrische Flüchtlinge, denen die Reise nach Europa bereits gelungen war, gaben in sozialen Netzwerken Ratschläge und Hinweise. Über das Internet bekam Majid auch Kontakt zu Schmugglergruppen, die ihn und seinen Bruder nach Europa bringen wollten. Mit dem Flugzeug flogen die beiden von der Türkei nach Algerien. Von dort wurden sie durch die libysche Wüste bis an die Küste geführt.

In der Regel kassierten die Schmuggler pro Person 600 Dollar für die Überfahrt nach Italien“, berichtet Majid. „Wir aber zahlten ihnen je 1.100 Dollar. Dafür wollten wir an Bord anständig behandelt werden und Essen und Trinken bekommen.“ Bald aber mussten Majid und sein Bruder feststellen, dass man sie betrogen hatte. Ihnen wurden die Koffer weggenommen, damit noch mehr Menschen auf das Boot passten.

Auf dem überfüllten Boot mussten die Männer in den Maschinenraum gehen. „Unter Deck war es sehr heiß, und es gab kaum Luft. Viele Menschen übergaben sich und wurden ohnmächtig“, sagt Majid. Die Reise dauerte sechs Stunden. Dann stieß das Boot auf ein Schiff der italienischen Küstenwache. Nach langer Reise hatte Majid Italien schließlich erreicht. Viele Flüchtlinge haben dieses Glück nicht.


Glossar

Flüchtling, -e
(m.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund (z. B. Krieg) verlassen muss

Ausbruch, -brüche (m.) – hier: der plötzliche Beginn

unerträglich – so schrecklich, dass man etwas nicht aushalten kann; furchtbar

soziales Netzwerk, -e (n.) – eine Internetseite, auf der man mit anderen Menschen in Kontakt kommen und kommunizieren kann (z. B. Facebook oder Twitter)

Schmugglergruppe, -n (f.) – hier: eine Gruppe, die Flüchtlinge illegal in ein Land bringt

Wüste, -n (f.) – ein Gebiet mit viel Sand oder Steinen, in dem es fast nie regnet

in der Regel – normalerweise; meistens

etwas kassieren – Geld einnehmen

Überfahrt, -en (f.) – eine Fahrt mit einem Schiff von einem Ufer zu einem anderen

an Bord – auf dem Schiff

anständig – hier: gut; gerecht

überfüllt – zu voll; mit zu vielen Menschen

Maschinenraum, -räume (m.) – der Ort auf einem Schiff, an dem sich die Maschinen befinden

unter Deck – im Inneren eines Schiffes

sich übergeben – Essen oder Getränke wieder ausspucken

ohnmächtig – hier: ohne Bewusstsein; bewusstlos

auf etwas/jemanden stoßen – hier: etwas/jemanden zufällig finden; etwas/jemanden zufällig treffen

Küstenwache, -n (f.) – die Polizei auf dem Meer in der Nähe der Küste


Fragen zum Text

1. Wem musste Majid bei der Flucht Geld geben?
a) der italienischen Küstenwache
b) seinen Verwandten
c) den Schmuggelgruppen

2. Majid wurde betrogen, weil …
a) ihm Geld geklaut wurde, das in seinem Koffer war.
b) er für etwas bezahlt hat, das er nicht bekommen hat.
c) die Überfahrt mehr gekostet hat, als vorher abgemacht worden war.

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Italien war das erste europäische Land, das Majid erreichte.
b) Die Fahrt auf dem Schiff dauerte mehrere Tage.
c) Majid musste während der Fahrt auf dem Schiff an den Maschinen arbeiten.

4. Welches Wort passt in die Lücke? „ Majid flüchtete … die Türkei nach Europa.“
a) von
b) über
c) an

5. Welches Wort passt in die Lücke? „Es waren zu viele Menschen … Bord und … Deck.“
a) auf/in
b) unter/auf
c) an/unter


Arbeitsauftrag
Am 19.04.2015 starben mehr als 800 Flüchtlinge bei einem Schiffsunglück. Recherchiert im Internet die Hintergründe der Katastrophe. Welche Verantwortung hat die EU eurer Meinung nach? Was müsste sie tun, damit solche Unglücke nicht mehr passieren? Diskutiert darüber in Gruppen.

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