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Aktuell Asien

Gefährliche Scharmützel in Kaschmir

Nach Monaten der Annäherung zwischen Indien und Pakistan sind an der Demarkationslinie in der umstrittenen Kaschmir-Region Schüsse gefallen. Ein pakistanischer Soldat wurde getötet. Wer zuerst geschossen hat, ist unklar.

Eine indische Patrouille marschiert durch bergiges Geländer in Kaschmir (Foto: AP)

Pakistan Indien Siachen-Gletscher

Die rivalisierenden Atommächte Indien und Pakistan haben sich gegenseitig schwere Verletzungen des Waffenstillstands an der Kontrolllinie in Kaschmir vorgeworfen. Der pakistanische Armeesprecher Asim Saleem Bajwa sagte, indische Truppen seien über die Demarkationslinie im Bereich Haji Pir, die de facto die Grenze darstellt, vorgedrungen und hätten einen Posten angegriffen. "Zwei unserer Soldaten wurden bei dem Angriff schwer verletzt, einer davon erlag seinen Verletzungen", sagte er.

Ein indischer Armeesprecher wies diese Darstellung zurück. Er warf dem pakistanischen Militär vor, ohne Grund Granaten auf Stellungen im indischen Teil Kaschmirs abgefeuert und ein Haus von Zivilisten zerstört zu haben. Die indischen Einheiten hätten das Feuer mit leichten Waffen erwidert. Daraufhin habe die pakistanische Seite den Beschuss eingestellt.

Karte von den umstrittenen Grenzen und Grenzgebieten Arunachal Pradesh und Jammu und Kaschmir (Grafik: DW, arunachalpradeshkashmirjammu.psd)

Außer um Kaschmir streitet sich Indien auch mit China um das Grenzgebiet Arunachal Pradesh

Der Sprecher warf Pakistan vor, der Angriff sei ein Ablenkungsmanöver gewesen, um muslimischen Extremisten das Eindringen in den indischen Teil Kaschmirs zu ermöglichen. Der Infiltrationsversuch sei von indischen Soldaten vereitelt worden. Eigene Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen.

Sporadische Zwischenfälle an der Kontrolllinie

Indien und Pakistan haben 2003 in der geteilten Region Kaschmir einen Waffenstillstand vereinbart. Trotzdem kommt es an der Kontrolllinie immer wieder zu Zwischenfällen, für die sich die Truppen beider Länder in der Regel gegenseitig verantwortlich machen. Nach einer Zählung der indischen Nachrichtenagentur Press Trust of India gab es im Jahr 2012 an der Grenze in Kaschmir 71 Fälle, in denen Schüsse abgegeben wurden. Dabei seien zwei indische Zivilisten und ein mutmaßlicher pakistanischer Eindringling getötet worden.

Die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Himalaya-Region wird sowohl von Pakistan als auch von Indien vollständig beansprucht. Seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 haben Indien und Pakistan zwei ihrer drei Kriege um Kaschmir geführt. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Extremisten um die Unabhängigkeit der Region oder den Anschluss an Pakistan.

Nach den Anschlägen in der indischen Metropole Mumbai im November 2008 mit 166 Todesopfern wurden die Friedensgespräche zwischen Islamabad und Neu Delhi auf Eis gelegt, erst im Februar 2011 wurden sie wiederbelebt. In jüngster Zeit hatten sich die Beziehungen zwischen den Erzrivalen verbessert, etwa durch die Unterzeichnung eines Visa-Abkommens.

kle/haz (afp, dpa, rtr)