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Kultur

Gefährliche Gipfel

Viele kennen und schätzen die Berge als Oasen der Ruhe. In Afrika gibt es allerdings Bergregionen, die überbevölkert sind. Es sind fruchtbare, aber nur scheinbar idyllische Landstriche.

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Trügerische Stille am Kilimandscharo

Schon seit Jahrtausenden siedeln Menschen an Vulkanhängen: Die nahe Gefahr wird in Kauf genommen, denn die meisten Vulkane sind jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelang ruhig und friedlich. Kein Mensch kann sich also daran erinnern, wie es war - damals, als der Berg Lava, Asche und Feuer spuckte. Sorglosigkeit macht die Runde. Aber wehe, wenn es mit der scheinbaren Ruhe abrupt vorbei ist ...

Afrikas Berge sind Gipfel der Armut

Flucht

Menschen in Afrika auf der Flucht vor der Naturgewalt

Die Vulkankatastrophe von Goma, bei der im Januar 2002 zwei Drittel der ostkongolesischen Stadt in Schutt und Asche gelegt wurden, könnte erst der Anfang gewesen sein: Denn das Risiko von Erdbeben, Erdrutschen und Vulkanausbrüchen in afrikanischen Bergregionen ist weitaus höher als bislang angenommen. Immer mehr Menschen sind von solchen Gefahren bedroht.

"In den letzten Jahrzehnten haben sich immer mehr Menschen im Schatten von Afrikas größten Bergen angesiedelt", warnte UNEP-Direktor Klaus Töpfer unmittelbar nach der Vulkankatastrophe von Goma. In Regionen wie der der Virunga-Vulkanberge zwischen Ruanda, Uganda und Kongo lebten bereits bis zu 500 Menschen auf einem Quadratkilometer. Grund für diese Konzentration sei die Fruchtbarkeit der Vulkanböden, die Landwirte anlocke. Die steigenden Zahlen von Menschen, die sich nur notdürftige Unterkünfte leisten könnten und das durch Abholzung bedingte Erdrutschrisiko erhöhe bestehende Gefahren.

Instabiler Zustand

Lavastrom nach Vulkanausbruch im Kongo

Lavastrom in Goma

Der Kontinent und insbesondere die Region um den Ostafrikanischen Grabenbruch, warnen die Experten, könnte in diesem Jahrhundert von zahlreichen Erdstößen erschüttert werden. "Große Gebiete Afrikas sind in einem unstabilen, tektonisch aktiven Zustand", sagt der südafrikanische Seismologe Chris Hartnady. Zahlreiche dieser Aktivitäten seien einfach in der Vergangenheit nicht erfasst worden. Mit zunehmenden Mess-Möglichkeiten jedoch steige das Wissen um die potenziellen Gefahren.

Bessere Planung, Aufklärung und Kontrolle

Mehr Aufklärung der Bevölkerung, eine bessere Beobachtung und Frühwarnsysteme seien nötig, um auf mögliche große seismologische Aktivitäten vorbereitet zu sein. Eine bessere Planung, die Kontrolle der Stabilität von Gebäuden und die strategische Vorbereitung auf den Notfall etwa könnte die Bedrohung verringern. "Auch große Eingriffe wie etwa der Bau von Staudämmen, die zerstörerische seismische Aktivitäten auslösen könnten, sollten daher nur nach sorgfältiger Bewertung durchgeführt werden", drängt Hartnady.

Vorsichtsmaßnahmen zum nachhaltigen Schutz der Gebirge und damit auch der Menschen sind dringend notwendig. "Berge sind nicht nur der Lebensraum von weltweit zehn Prozent der Bevölkerung sowie seltener Pflanzen- und Tierarten", betont UNEP-Chef Töpfer. "Sie sind unsere Wassertürme, denn von ihnen stammen zwei Drittel der weltweiten Frischwasserreserven." (dpa/wga/arn)

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