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Aktuell Welt

Gefährliche Arbeit: 153 Journalisten weltweit in Haft

Die Arbeitsbedingungen für Journalisten sind in vielen Teilen der Welt gefährlich. Mehr als 150 Journalisten sind derzeit inhaftiert, berichtet Reporter ohne Grenzen. Besonders groß ist das Risiko in der Türkei.

Zwei Journalisten heben bei ihrem Gang am 23.08.2004 durch Nadschaf die Arme, um nicht beschossen zu werden (Symbolbild: dpa)

Zwei Journalisten heben im Irak die Arme, um nicht beschossen zu werden

153 hauptberufliche Journalisten sitzen derzeit weltweit wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Die meisten Fälle gebe es in China, Ägypten, im Iran, in Eritrea und in der Türkei, teilte Reporter ohne Grenzen (ROG) mit. Betrachte man die Gesamtzahl der Verhaftungen im Jahresverlauf, dann falle

die Türkei als das Land mit den meisten Fällen auf.

Elf Prozent der Verhaftungen fanden demnach dort statt. Dies sei ein deutlicher Beleg für die Zunahme der staatlichen Repressionen in dem Land, hieß es.

54 Journalisten derzeit entführt

Den Angaben zufolge sind 54 Journalisten aktuell entführt. Das sei ein Drittel mehr als 2014. Die Entführungen konzentrierten sich auf die Bürgerkriegsländer Syrien, Jemen,

Irak

und Libyen. Zur Begründung hieß es, dass dort bewaffnete nichtstaatliche Gruppen mit den Entführungen ihren Herrschaftsanspruch durchsetzen und kritische Stimmen zum Schweigen bringen wollten.

Proteste gegen die Festnahme von Journalisten in Ägypten (Bild: EPA)

Proteste gegen die Festnahme von Journalisten in Ägypten

"Die erschreckend hohe Zahl von Entführungen zeigt, dass bewaffnete Gruppen gerade in den arabischen Krisenstaaten vor nichts zurückschrecken, um Kritik und unabhängige Informationen zu unterdrücken", sagte der ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske.

Vor allem einheimische Journalisten werden entführt

Auf das Konto der Terrormiliz "Islamischer Staat" gehen den Angaben zufolge 18 Fälle, für neun Entführungen werden die Huthi-Rebellen im Jemen verantwortlich gemacht, die Al-Nusra-Front in Syrien für vier. 95 Prozent der derzeit Entführten seien Journalisten aus den jeweiligen Ländern, nur fünf Prozent seien ausländische Reporter.

Dafür hat sich die Lage für Journalisten an einem anderen Krisenherd gebessert: Weil sich die Situation im Osten der Ukraine entspannt hat, wurde dort - anders als im Jahr 2014 - kein einziger entführt. Dadurch wurden im Verlauf des gesamten Jahres 2015 rund ein Drittel weniger hauptberufliche Journalisten weltweit von Gruppen festgehalten - insgesamt 79.

Acht Journalisten seien zudem im Laufe dieses Jahres verschwunden. Über ihr Schicksal gebe es keine verlässlichen Informationen.

Ba/djo (dpa, epd)