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Aktuelles

Gefährdete Grenze am Sinai

Israel hatte es befürchtet: Nach dem Sturz des früheren ägyptischen Machthabers Mubarak ist die Sicherheit des Landes nahe der ägyptischen Grenze gefährdet. Bei einem Angriff starben mindestens drei Menschen.

Es wird wieder unruhig auf dem Sinai. Auf der Halbinsel, die zu Ägypten gehört und an Israel grenzt, haben Angreifer einen israelischen Bautrupp attackiert. Zwei bis sechs militante Islamisten sollen - bewaffnet mit Gewehren, Sprengstoff und Panzerabwehrwaffen - einen Konvoi mit israelischen Arbeitern attackiert haben. Ein arabischer Israeli soll dabei getötet worden sein. Den Arbeitern eilten israelische Soldaten zu Hilfe, die mindestens zwei der Extremisten töteten, wie eine Militärsprecherin mitteilte.

“Verstörende Verschlechterung der Sicherheitslage“

Die Militärsprecherin machte keine Angaben zu der Identität oder den Drahtziehern des Angriffs. Sie seien vermutlich aus dem Gazastreifen gekommen, der in der Region auch an den Sinai grenzt. In der gebirgigen Wüste sind in letzter Zeit militante Palästinensergruppen, aber auch vom Terrornetzwerk Al-Kaida inspirierte Gruppen aktiv. Ägypten hat die Präsenz der Sicherheitskräfte verstärkt.

Der Angriff ereignete sich nur Stunden, nachdem in Ägypten die Muslimbrüder ihren Kandidaten Mohammed Mursi zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt hatten. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak zeigte sich alarmiert von dem Überfall: "Wir erleben eine verstörende Verschlechterung bei der ägyptischen Sicherheitskontrolle über den Sinai", sagte Barak. "Wir warten auf das offizielle Wahlergebnis. Wer immer gewinnt, wir erwarten von ihm die Einhaltung aller internationalen Verpflichtungen einschließlich des Friedensvertrages", sagte Barak. Israel hatte 1979 mit Ägypten als erstem arabischen Staat einen historischen Frieden geschlossen.

Ägyptische Soldaten laufen entlang einer Grenze zwischen Ägypten, Rafah und dem südlichen Gazastreifen. (ddp)

Ägyptische Soldaten sollen die Sinai-Grenze stärker sichern

230 Kilometer langer Zaun soll Israel schützen

Israel baut seit Beginn des arabischen Frühlings an einem Grenzzaun. Der 230 Kilometer lange Zaun soll entlang der Sinai-Grenze von der israelischen Touristenstadt Eilat bis zum Gazastreifen verlaufen und sowohl für mehr Sicherheit für Israel sorgen, als auch Tausende Armutsflüchtlinge vom Betreten des Landes abhalten.

Die Spannungen zwischen Israel und bewaffneten palästinensischen Gruppen im Gazastreifen haben seit Monatsbeginn wieder zugenommen. Radikale Palästinenser beschießen vom Gazastreifen aus immer wieder Israel, die israelische Luftwaffe reagiert mit Gegenangriffen. In der Nacht zu Montag flog die israelische Armee zwei Luftangriffe auf den Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei fünf Menschen verletzt. Die israelische Armee sprach von Angriffen auf eine “Werkstatt zur Herstellung von Waffen“ und eine “Stätte für terroristische Aktivitäten“.

nem/sti (afp, dapd, rtr)