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Deutschland

Gedenkfeier für Opfer des Airbus-Absturzes

In Düsseldorf ist mit einer bewegenden Trauerfeier der Opfer des Air-France-Unglücks gedacht worden. Auch die Angehörigen der deutschen Opfer nahmen daran teil. Unterdessen sollen weitere Leichen geborgen worden sein.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gedenkt in der Johanneskirche in Düsseldorf der Absturzopfer (Foto: AP)

Der Absturz der Air-France-Maschine über dem Atlantik habe leidvoll Zerbrechlichkeit, Gefährdung und Begrenztheit vor Augen geführt, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, am Samstag (13.06.2009) bei der Gedenkfeier. Für die Angehörigen der Opfer sei mit der Todesnachricht "eine Welt zerbrochen".

Zu dem ökumenischen Gottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche, der auch vom Kölner Weihbischof Rainer Woelki mitgestaltet wurde, hatten die evangelische und katholische Notfallseelsorge eingeladen.

"Fragen nach der Verantwortung müssen beantwortet werden"

Präses Nikolaus Schneider, Weihbischof Rainer Woelki, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der französische Botschafter Bernard de Montferrand (von links) in der Johanneskirche in Düsseldorf (Foto: AP)

Präses Schneider und Weihbischof Woelki zelebrierten den Gedenkgottesdienst

An der Gedenkfeier nahmen die Angehörigen der 28 deutschen Opfer sowie zahlreiche Trauergäste teil, unter ihnen auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee als Vertreter der Bundesregierung sowie der französische Botschafter Bernard de Montferrand.

Das Unglück vom Pfingstmontag rufe viele Fragen hervor, erklärte Schneider in seiner Ansprache. "Die Fragen nach der Verantwortung müssen gestellt und beantwortet werden, damit Wunden heilen können." Das Vertrauen in die angeblich sichere Technik sei für die Betroffenen verloren gegangen. "So viele Lebenswege, so viele Hoffnungen, Wünsche und Möglichkeiten wurden durch dieses Unglück zerstört", sagte der 61-jährige Theologe.

Weitere Leichen im Atlantik geborgen

Suchteams bergen Wrackteile des abgestürzten Flugzeugs (Foto: dpa)

Hoffnung auf weitere Leichenfunde wird immer geringer

Unterdessen sind an der Absturzstelle im Atlantik offenbar weitere Leichen geborgen worden. Es gebe Informationen, dass sich sechs Leichen an Bord eines französischen Kriegsschiffes befänden, sagte ein brasilianischer Vize-Admiral. Aber erst, wenn die Opfer an die brasilianische Marine übergeben worden seien, könne ihre Bergung offiziell bestätigt werden. Damit hätten die Suchmannschaften bereits 50 der insgesamt 228 Fluginsassen der Unglücksmaschine gefunden. Die Chancen, von allen 228 Passagieren die sterblichen Überreste zu bergen, seien mittlerweile aber verschwindend gering, erklärte die brasilianische Luftwaffe. Stürme und schlechte Sicht hatten die Suche bereits in den vergangenen Tagen behindert.

Die Bergungsteams grenzten inzwischen die mögliche Absturzstelle des Air-France-Flugzeugs auf einen Radius von 70 Kilometern ein. Die Stelle liegt rund 850 Kilometer nördlich der Insel Fernando de Noronha in brasilianischen Gewässern. Dort wurden den Angaben zufolge am Freitag erneut Wrackteile und persönliche Gegenstände der Passagiere gefunden. Nach den Flugschreibern der Air-France-Maschine, die von Rio de Janeiro unterwegs nach Paris war, wird weiter gesucht.

EASA könnte Austausch von Airbus-Sensoren erzwingen

Ein Sprecher der brasilianischen Luftwaffe zeigt eine Karte, in der die Funde von Leichen und Wrackteilen eingezeichnet ist (Foto: dpa)

Ermittler grenzen die mögliche Absturzstelle auf einen Radius von 70 Kilometern ein

Die Ursache für den Absturz des Airbus A330 ist weiter ungeklärt. Spekuliert wird über mögliche technische Probleme, etwa Störungen der Geschwindigkeitsmesser. Die Europäische Flugaufsichtsbehörde EASA erwägt laut einem Bericht des Magazins "Focus", Airbus zum Austausch bestimmter Geschwindigkeitsmessgeräte zu bewegen. Es gehe um die so genannten Pilot-Sensoren vom Typ AA des Luftfahrt- und Rüstungsherstellers Thales. Airbus-Chef Tom Enders hatte zuletzt Spekulationen über fehlerhafte Tempomesser als Ursache des Absturzes der Maschine zurückgewiesen.

Der "Focus" meldete weiter, der Absturz könne bis zu 750 Millionen Dollar Schadenersatzforderungen auslösen. Das Magazin berief sich dabei auf eine der Air France vorliegende Schätzung. (kis/je/epd/kna/dpa/ap)

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