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Aktuell Asien

Gedenken in Nagasaki an Atombombenabwurf

Zum 67. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki haben Einwohner der 74.000 Toten gedacht, die in Folge des US-Angriffs starben. Bürgermeister Tomihisa Taue warb für den Ausstieg Japans aus der Atomkraft.

Die japanische Regierung müsse "neue energiepolitische Ziele formulieren, um eine Gesellschaft frei von radioaktiven Bedrohungen zu schaffen", forderte Taue bei der jährlichen Gedenkveranstaltung nahe der Stelle, an der die Bombe am 9. August 1945 niedergegangen war. Ziel sei, dass sich die Menschen keine Sorgen über die Folgen radioaktiver Strahlung mehr machen müssten.

Regierungschef Yoshihiko Noda forderte bei der Zeremonie in Nagasaki die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen. An dem Gedenken nahm auch Clifton Truman Daniel teil, der 55 Jahre alte Enkel des früheren US-Präsidenten Harry Truman, der dem Atombombeneinsatz gegen Japan kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zugestimmt hatte.

Ebenfalls auf der Gedenkfeier vertreten war der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, der zur Zeit in Japan politische Gespräche führt. Kauder sagte: "Es war eine große Ehre, an der Gedenkveranstaltung in Nagasaki teilzunehmen. Besonders die Schilderungen der Überlebenden haben verdeutlicht, welche Ausmaße der Atombombenabwurf hatte. " Zusammen mit Japan, so ergänzte Kauder, müsse auch Deutschland Anstrengungen unternehmen, damit die Welt eines Tages atomwaffenfrei werde.

Atomares Inferno

Die USA hatten im Zweiten Weltkrieg 1945 innerhalb von drei Tagen zwei Atombomben über Japan abgeworfen Die erste zerstörte am 6. August weite Teile der Stadt Hiroshima, wo 140.000 Menschen starben. Durch die zweite Atombombe am 9. August waren in Nagasaki direkt oder in Folge ihrer Verletzungen etwa 74.000 Menschen getötet worden. Die beiden einzigen Atombombenabwürfe verursachten die bislang größte nukleare Verwüstung der Geschichte. Kurz darauf kapitulierte Japan.

Japanisches Trauma

Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima infolge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 hat sich in der japanischen Bevölkerung Misstrauen gegenüber der Atomindustrie breitgemacht. Die japanische Regierung arbeitet angesichts des Atomunfalls von Fukushima derzeit an einer neuen Energiepolitik. Alle 50 Reaktoren des Landes wurden nach dem Unglück heruntergefahren. Wegen drohender Stromengpässe gingen zwei Reaktoren aber inzwischen wieder ans Netz, was in der japanischen Bevölkerung auf bislang beispiellose Proteste stieß.

qu/haz (dapd, afp)

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