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Asien

Gedenken an Opfer des Atombombenabwurfs

Zum Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki hat der Bürgermeister der japanischen Stadt Tokio zu einer konsequenteren Abrüstungspolitik aufgerufen.

Menschenmenge vor Podium für Trauerfeier und Denkmal im Hintergrund (Foto: AP)

Zuhörerschaft neben Rednerpult vor Mahnmal (Foto: AP)

Gedenken in Nagasaki

Um 11.02 Uhr Ortszeit legten die Teilnehmer der Gedenkfeier am Montag (09.08.2010) eine Schweigeminute ein und erinnerten so an den genauen Zeitpunkt der Atombomben-Explosion. Erstmals waren Vertreter der Atommächte Großbritannien und Frankreich angereist. 30 weitere Staaten schickten ebenfalls Repräsentanten in die zweite Stadt, die im Zweiten Weltkrieg Opfer eines Atombombenabwurfs wurde. Die USA waren in Nagasaki, anders als noch am Freitag in Hiroshima, nicht vertreten. Botschafter John Roos habe andere Termine, teilte die diplomatische Vertretung in Tokio mit.

74.000 Todesopfer im August 1945

Bei dem Angriff durch einen US-Bomber waren am 9. August 1945 rund 74.000 Menschen getötet worden. 75.000 weitere erlitten schwere Verletzungen. Der Bürgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue, appellierte an die Staaten mit Nuklearwaffen, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Zugleich warf er der Regierung in Tokio eine inkonsequente Haltung vor. Japan habe mit der indischen Regierung Gespräche über eine nukleare Zusammenarbeit aufgenommen, obwohl Neu Delhi den Nichtverbreitungsvertrag über Atomwaffen nicht unterzeichnet habe. Die japanische Regierung habe so das System der Nichtverbreitung geschwächt, erklärte Taue.

Noch immer sterben in Japan Menschen an den Spätfolgen des Atomangriffs. Bei der Gedenkveranstaltung in Hiroshima am Freitag hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auch an seine eigenen traumatischen Kindheitserfahrungen im Koreakrieg erinnert. Ban forderte die Staatengemeinschaft auf, im Bemühen um die Reduzierung der Massenvernichtungswaffen nicht nachzulassen. Das Thema werde im September auch Gegenstand einer UN-Abrüstungskonferenz in New York sein.

Autor: Christian Fähndrich (afp,dpa)

Redaktion: Sabine Faber

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