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Fokus Osteuropa

Gedenken an Kosovo-Volkshelden Adem Jashari

Am vergangenen Wochenende wurde im Station von Pristina dem ersten UCK-Befehlshaber Adem Jashari gedacht. Der Auftritt des inzwischen zurückgetretenen Kosovo-Regierungschefs Ramush Haradinaj sorgte für Unruhe.

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Im Kosovo bleibt die Erinnerung an die UCK lebendig

Unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Kosovo-Premiers Ramush Haradinaj, unterstützt vom Generalstab des Kosovo-Schutzkorps, wurde am 5. März eine dreitägige Veranstaltung unter der Bezeichnung "Epos der Kosovo Befreiungsarmee" eröffnet. Die Veranstaltung fand zum Gedenken an Adem Jashari, den ersten Befehlshaber der ehemaligen Kosovo Befreiungsarmee, UCK, statt. Jashari fiel vor sieben Jahren in Prekaz im Kampf gegen serbische Polizeikräfte. Zudem wurden bei diesem Kampf 50 weitere Albaner getötet, darunter 25 Familienangehörige von Jashari – überwiegend Frauen und Kinder. Adem Jashari ist als Gründer der UCK eine Legende und ein Volksheld der Kosovo-Albaner.

Haradinaj ausgepfiffen

Die Hauptveranstaltung fand am 5. März im städtischen Stadion von Pristina statt. Alle Einheiten des Kosovo-Schutzkorps defilierten durch das Stadion. Mehrere tausend Bürger empfingen dann Hashim Thaci, den Vorsitzenden der Demokratischen Partei Kosovos und ehemaligen politischen UCK-Führer, mit stehenden Ovationen. Dagegen wurde der ehemalige Premier Haradinaj, ebenfalls ein ehemaliger UCK-Befehlshaber, während seiner Rede ausgepfiffen. Kenner der politischen Verhältnisse im Kosovo wundert dies nicht, weil der Eintritt Haradinajs in die Regierungskoalition mit Ibrahim Rugova nicht bei allen auf Zustimmung traf. Haradinaj sagte in seiner Rede, die Institutionen und die Bevölkerung des Kosovo würden daran arbeiten, die Demokratie zu vertiefen, die gegenseitige Toleranz auszubauen und die Wunden der Vergangenheit zu heilen. Besondere Verdienste gebührten den USA und der NATO und allen anderen Staaten, die den Kampf der Kosovo-Albaner für Freiheit unterstützt hätten. Am gleichen Tag besuchte Haradinaj mit Kabinettsmitgliedern auch das Dorf Prekaz, wo er am Grab von Adem Jashari Blumen niederlegte.

Teilnahme internationaler Vertreter

Am Sonntag (6.3.) wurde in Malisevo ein Büste des ehemaligen UCK-Kommandeurs Adem Jashari enthüllt. Ferner fand im Volkstheater von Pristina eine Gedenkfeier statt. Daran nahmen Jasharis Angehörige, offizielle Kosovo-Vertreter und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aber auch internationale Vertreter teil, darunter der Leiter der UN-Mission im Kosovo, UNMIK, Søren Jessen-Petersen, sowie der Leiter des US-Büros in Pristina. Der UNMIK-Chef sagte aus diesem Anlass, das, was der Familie Jashari im März 1998 widerfahren sei, dürfe sich im Kosovo niemals wiederholen. "Wir erinnern uns an die Vergangenheit und schreiten gleichzeitig nach vorn. Jetzt bemühen wir uns, ein Kosovo aufzubauen, in dem keinem Bürger wegen seiner ethnischen Herkunft Gewalt widerfahren darf," sagte Jessen-Petersen.

Auszeichnung für Freiheitskämpfer

Kosovo-Präsident Ibrahim Rugova begrüßte die Veranstaltung "Epos UCK" und erklärte, schon bald würde die Auszeichnung "Goldener Orden des Freiheitskämpfers" eingeführt. Damit sollen die Kämpfer des letzten Krieges für die Freiheit und Unabhängigkeit des Kosovo sowie Bürger für mutige Taten in Friedenszeiten ausgezeichnet werden.

Zulfija Jakupi, Pristina
DW-RADIO/Serbisch, 7.3.2005, Fokus Ost-Südost

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