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Politik

Gedenken an Ground Zero

Menschen in aller Welt haben der Toten der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht. US-Präsident Bush schwor die USA auf einen langen Krieg gegen den Terrorismus ein. Arabische Staaten sehen die Gefahr umgekehrt.

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Auch deutsche Polizisten verneigen sich vor den Opfern


"Es gibt keine Worte, diesen Schmerz zu beschreiben", sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg bei der Zeremonie am Ground Zero. Mit vier Schweigeminuten wurde der Flugzeuganschläge auf das World Trade Center gedacht - jeweils um die Uhrzeit, an der vor drei Jahren die vier entführten Flugzeuge in New York, Washington und Pennsylvania zerschellten. Angehörige der Opfer verlasen die Namen der 2749 Todesopfer. Die USA seien entschlossen, "in der Offensive zu bleiben und die Terroristen zu verfolgen, wo immer sie trainieren oder schlafen oder Wurzeln zu schlagen versuchen", sagte Bush in einer Rundfunkansprache.

Nicht nur zu Hause kämpfen

George W. Bush beschrieb den 11. September 2001 als Wendepunkt für die USA. Es gehe seitdem darum, einen Feind zu besiegen, der entschlossen sei, Amerika zum Rückzug zu zwingen. Der US-Präsident betonte, dass die terroristische Gefahr für die Vereinigten Staaten nicht gebannt sei. "Wir werden daher nicht nachlassen, bis die Terroristen, die unserem Volk mit Mord drohen, gefasst und zur Rechenschaft gezogen sind." Der Welt drohe eine neue Tragödie, falls die USA in diesem Jahrzehnt "Unsicherheit und Schwäche" zeigten, sagte Bush.

11. September dritter Jahrestag

Auch seien die USA entschlossen, die Demokratie im Nahen Osten und Zentralasien voranzutreiben, da Freiheit "den Frieden und die Sicherheit bringt, die wir alle wollen". Die USA hätten den Kampf gegen den Terrorismus "von den Bergen Afghanistans in das Herz des Nahen Ostens, an das Horn von Afrika bis zu den Philippinen und in verborgene Zellen in unserem Land getragen", so Bush. "Die Wunde die vor drei Jahren geschlagen wurde, wird nie ganz verheilen. Aber unsere Trauer hat ihren Zweck gefunden. Der 11. September war ein Ruf zu den Waffen."

Die arabische Welt urteilt anders

Arabische Staaten haben die USA für die anhaltende Terrorgefahr verantwortlich gemacht. Der ägyptische Journalist Fahmy Howeidy sagte, eine Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush "bedeutet, dass es noch mehr Terrorismus gibt und wir die Zukunft in einem sehr düsteren Licht sehen müssen". Der Nachrichtenagentur AP sagte er, im Gegensatz zu Arabern und Muslimen würden die USA keine Selbstkritik üben wollen. Washington verärgere die Araber, indem die Regierung "den Terror Israels gegen die Palästinenser" verteidige. Die jemenitische Zeitung "Yemen Observer" schrieb, das Unverständnis zwischen der amerikanischen und der arabischen Kultur sei seit den Anschlägen des 11. Septembers noch offensichtlicher geworden. Der Krieg gegen den Terror sei "auf Kollisionskurs" geraten, schreibt das Blatt: "Lasst uns hoffen, dass es nie zu spät dafür ist, dass uns 9/11 mehr als je zuvor gegen die wirklichen Feinde der Menschheit vereint."

Unter dem Eindruck des jüngsten Anschlags auf die australische Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta schworen Politiker in Südostasien und Australien die Menschen auf den Anti-Terror-Kampf ein. Dieser werde "lange und blutig" sein, sagte Australiens Premierminister John Howard. "jeder, der anders darüber denkt, täuscht sich selbst." In einer Moschee in Melbourne fand ein gemischt-konfessioneller Gedenkgottesdienst für die Opfer der Anschläge statt. Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo erklärte, die "tödliche Bedrohung" sei immer noch gegenwärtig. Sie forderte ihre Landsleute zur Wachsamkeit auf. Thailand und Pakistan verstärkten ihre Sicherheitsvorkehrungen vor Botschaften und Regierungsgebäuden.

Stimmen aus Deutschland

Der Terrorismus werde die Welt "wahrscheinlich über Jahrzehnte in Atem halten", sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) in einem Zeitungsinterview. Im Kampf gegen die Terroristen dürften allerdings niemals Grundwerte wie das Völkerrecht in Frage gestellt werden. Bundespräsident Horst Köhler forderte die Muslime in Deutschland auf, sich eindeutig vom islamistischen Terror zu distanzieren. Er wäre froh, wenn die Muslime in Deutschland geschlossen ihre Stimme erheben würden, um Missverständnisse auszuräumen, indem sie sich sichtbar vom Terror abgrenzten. (arn)

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