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Beben in Italien

Gedenken an die Opfer von Amatrice

Vor einem Jahr bebte die Erde in Mittelitalien, durch das 299 Menschen unter den Haustrümmern begraben wurden. Die Bewohner von Amatrice und anderer betroffener Orte haben nun der Opfer gedacht.

In dem damals am schwersten zerstörten Ort Amatrice läutete um 03.36 Uhr, dem Zeitpunkt des Bebens vom 24. August 2016, eine Glocke 249 Mal für die 249 Todesopfer in Amatrice und der Nachbargemeinde Accumoli. Insgesamt verloren in der Region 299 Menschen ihr Leben. Am Vormittag wurde in einer zweistündigen Zeremonie der Opfer gedacht, indem deren Namen verlesen und Begebenheiten aus dem Leben der Opfer erzählt wurden. Die Vorträge wurden wiederholt von Applaus unterbrochen. An der Messe nahm auch Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni teil. Im Anschluss starteten die Trauernden vom Fußballfeld des Ortes aus, wo am 30. August 2016 die Trauerfeier für die Toten stattgefunden hatte, mit Fackeln zu einem stillen Marsch durch den Ort, in dem immer noch viele Häuser in Trümmern liegen. Amatrices Bürgermeister Sergio Pirozzi weihte ein Denkmal für die Erdbebenopfer ein. 

Italien Gedenken an Erdbebenkatastrophe in Amatrice (Foto: picture-alliance/dpa/AP/G. Borgia)

Der Bischof von Rieti mahnt die Politik, die Häuser schnell zu handeln

Auch in Accumoli, dem Epizentrum des Bebens, das eine Stärke von 6,0 erreichte, und in Arquata del Tronto standen am Nachmittag Gedenkgottesdienste auf dem Programm. Zu der Messe in Arquata wurden laut italienischen Medien die Parlamentspräsidentin Laura Boldrini und Innenminister Marco Minniti erwartet. Amatrices Bürgermeister Sergio Pirozzi rief den Donnerstag zu einem "Tag des Schweigens" aus. Auch danach kam die Region nicht zur Ruhe: Am 26. und 30. Oktober sowie am 18. Januar ereigneten sich dort weitere schwere Erdbeben. Dabei wurden dutzende Menschen verletzt, es entstand erneut großer Sachschaden.

Viele Menschen tragen Fackeln in ihren Händen und laufen durch die Straßen von Amatrice. (Foto: picture-alliance/dpa/MAXPPP/R. De Luca)

Mit Fackeln zogen Angehörige der Opfer durch die zerstörten Straßen von Amatrice

Große Teile von Amatrice und den Nachbarorten liegen auch ein Jahr nach dem Beben noch in Trümmern. Bislang wurden weniger als zehn Prozent der rund 4000 Tonnen Schutt in den 140 betroffenen Orten weggeräumt. Auch der Aufbau der Notunterkünfte kommt nur langsam voran. Von den 3830 für die vom Beben betroffenen Orten in Latium und den Marken georderten Unterkünften wurden erst 456 ausgeliefert, die meisten wurden in Amatrice und Accumoli aufgestellt. Es wird nicht erwartet, dass der Rest pünktlich vor dem Wintereinbruch in der Bergregion geliefert wird. Allein in der Region Marken geht die Zahl der beschädigten Wohnungen in die Tausende; davon betroffen waren rund 32.000 Menschen. Viele Italiener hatten in den Erdbebenorten eine Zweitwohnung. 

Das Foto zeigt das Ausmaß der Zerstörung. Ncoh immer sind viele Häuser nicht aufgebaut. (Foto: Getty Images/AFP/F. Monteforte)

Noch immer sind große Teile von Amatrice und benachbarter Orte zerstört

In der Region herrscht daher Wut über die Behörden. Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte am Montag hervorgehoben, dass seine Regierung bereits 6,1 Milliarden Euro als Nothilfe bereitgestellt habe. Dies bedeute allerdings "nicht, dass alles mit der notwendigen Schnelligkeit vorangeht", räumte er ein. Die Erde bebt in der Region noch immer. Am Montag hatte ein Beben der Stärke 4,0 die italienische Urlaubsinsel Ischia erschüttert. Dabei wurden zwei Menschen getötet und mehrere Gebäude zerstört.

pab/sti (afp, dpa)

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