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Aktuell Welt

Gebetstreffen in Rom für den Frieden in Nahost

Auf seiner Nahost-Reise hatte der Papst sie spontan eingeladen - nur zwei Wochen später kamen Israels Präsident Peres und Palästinenserpräsident Abbas nach Rom. In Rom beteten sie gemeinsam für den Frieden.

Es war ein Gebet unter strahlend blauem Himmel, das am Abend in den Vatikanischen Gärten stattfand. Dort traf sich der Papst mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und begann die Zeremonie mit einem sogenannten "Aufruf zum Frieden". Nacheinander beteten Juden, Christen und Muslime für den Frieden und baten um Vergebung.

Vier verschiedene Glaubensrichtungen

"Ich hoffe, dass diese Begegnung der Beginn eines neuen Weges auf der Suche nach dem sei, was eint, um das zu überwinden, was trennt", sagte Franziskus bei dem Treffen, zu dem auch der orthodoxe Patriarch Bartholomäus eingeladen war.

Peres sprach in seinem Gebet davon, dass sich Israelis und Palästinenser nach Frieden sehnten. "Wir alle brauchen einen Frieden zwischen Gleichberechtigten", sagte er. Allerdings müssten sich beide Seiten mit aller Macht darum bemühen, den Frieden bald zu erreichen, auch wenn dazu Opfer und Kompromisse nötig würden.

Abbas bittet um einen souveränen Staat

Palästinenserpräsident Abbas bat in seinem Gebet um einen "gerechten Frieden, menschenwürdiges Leben und Freiheit" für sein Volk. "Oh Herr, ich bitte Dich um eine blühende und vielversprechende Zukunft für unser Volk, und um Freiheit in unserem souveränen und unabhängigen Staat", sagte Abbas. In einem Zeitungsinterview hatte er zuvor die Initiative des Papstes gewürdigt. "Die Einladung des Heiligen Vaters war mutig", sagte Abbas der "La Repubblica".

Zugleich kritisierte Abbas die Fortsetzung des israelischen Siedlungsbaus und den Abbruch der Beziehungen durch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach der Bildung einer gemeinsamen Regierung seiner Fatah-Organisation mit der Hamas-Bewegung. Die Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah hatten vor wenigen Tagen eine Einheitsregierung gebildet und damit ihren zwischenzeitlichen Bruch vor sieben Jahren überwunden.

Eine unpolitische Begegnung?

Abbas und Peres treten - ebenso wie Franziskus - für eine Zwei- Staaten-Lösung ein, um den seit Jahrzehnten währenden Nahostkonflikt zu befrieden. Allerdings hat Peres, dessen Amtszeit in wenigen Wochen endet, kaum Einfluss auf die Regierungspolitik in Israel, die auf den Bau immer neuer Siedlungen in den besetzten Palästinensergebieten setzt.

Palästinenser schwenken ihre Landesflaggen vor dem Vatikan (Foto: dpa)

Begeisterung über das gemeinsame Gebet in Rom

Nach dem öffentlichen Gebet für den Frieden pflanzten Franziskus, Perres und Abbas einen Olivenbaum, und reichten sich zum Abschluss der Zeremonie demonstrativ die Hände. Anschließend zog sich der Papst mit seinen Gästen zu einer privaten Unterredung zurückzog.

Die Kirche hatte das Treffen bewusst in die Gärten verlegt, um eventuellem Streit mit Muslimen und Juden um christliche Heiligenbilder in den Gebäuden des Vatikans aus dem Weg zu gehen. Die politische Bedeutung des Ereignisses spielt der Vatikan herunter. "Niemand macht sich Illusionen, dass nach diesem Event der Frieden im Heiligen Land ausbricht", heißt es in einer Stellungnahme.

cw/rb (dpa, kna)