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Politik

Geberländer zahlen mehr als von Pakistan erwartet

Sechs Wochen nach dem Erdbeben in Pakistan sind in Islamabad Vertreter aus mehr als 50 Staaten zusammengetroffen, um über Hilfen für die Erdbebenregion zu beraten. Die seien dringend notwendig, mahnt Annan.

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Kofi Annan (rechts) mit Pervez Musharraf

Nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shaukat Aziz haben die sechzig Staaten und Organisationen, die in Islamabad zusammen saßen, rund 5,5 Milliarden US-Dollar an Not- und Wiederaufbauhilfe zugesagt. Etwas mehr als von den Vereinten Nationen als Bedarf geschätzt worden war. Shaukat Aziz wertete das als großen Erfolg für die Weltgemeinschaft. "Der Winter hat begonnen und bedroht die Überlebenden des Erdbebens. Es ist Zeit zu handeln. Jetzt ist die Zeit zu geben und die Leiden zu teilen, um den Schmerz der traumatisierten Menschen zu lindern. Das ausdruckslose Starren in den Augen der Kinder muss zu einem Strahlen werden, das Hoffnung macht und dem Leben einen Sinn gibt", sagte Azis.

Zinsgünstige Kredite


Islamabad Pakistan Erbeben Konferenz

Kofi Annan (links), Pervez Musharraf und Shaukat Aziz (Mitte)

Den größten Teil der Summe machen allerdings nicht Zuschüsse, sondern nur zinsgünstige Kredite von der Weltbank und der Islamischen Entwicklungsbank aus. Die engen US-amerikanischen Verbündeten Pakistans wollen rund 500 Millionen geben. Von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der Kommission kommen etwa 300 Millionen Dollar, davon will Deutschland 70 Millionen übernehmen. UN-Generalsekretär Kofi Annan, der das Erdbebengebiet gestern besucht hatte, appellierte noch einmal an das Gewissen der Welt. "Wir müssen uns darauf einstellen, für lange Zeit zusammenzuarbeiten. Das Volk und die Regierung Pakistans brauchen die stetige Hilfe der internationalen Gemeinschaft", sagte Annan.
Bis Ende des nächsten Jahres sollen 400.000 neue Wohnungen und tausende Schulen für die drei Millionen Obdachlosen gebaut werden. Doch jetzt habe man erst einmal den Wettlauf gegen den aufziehenden Winter zu gewinnen, sagte der pakistanische Präsident Pervez Musharraf. Denn längst nicht alle Erdbebenopfer haben sechs Wochen nach den gewaltigen Erdstößen in Nordpakistan ein wintersicheres Quartier.

Schockiert über Ausmaß der Katastrophe

Die EU-Kommissarin für Außenbeziehungen, Benita Ferrero-Waldner, sagte, sie traue den Zusicherungen der pakistanischen Regierung, dass die Hilfsgelder transparent und kontrolliert vergeben würden. Auch Ferrero-Waldner hatte die zerstörte Stadt Muzaffarrabad besucht und war schockiert über das Ausmaß der Katastrophe, die ein Gebiet so groß wie Belgien getroffen hat.

Die Vereinten Nationen warnen allerdings angesichts der großen Summe, dass Zusage nicht gleich Auszahlung bedeute. Nach der letzten Geberkonferenz für Pakistan in Genf ist nur ein Viertel der Zusagen für die Hilfsprogramme der UNO tatsächlich eingehalten worden.


Einmalige Chance für Frieden


Präsident Pervez Musharraf sagte, die Herausforderung durch das Erdbeben könnte die einmalige Chance sein, den Kashmir-Konflikt mit Indien zu lösen, und zwar ein für alle mal. Vom ebenfalls anwesenden indischen Entwicklungsminister wünschte sich Musharraf Frieden in Kashmir als wichtigste Spende.



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