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Bildung

Geben statt Nehmen

Berliner Studenten bauen auf ihrem Campus ein Haus, das mehr Energie produziert als verbraucht. Damit sind sie eins von 20 Studententeams aus der ganzen Welt, die sich um das effizienteste Plusenergiehaus bewerben.

Baustelle 'living EQUIA' auf dem Campus der HTW in Berlin-Schöneweide (Foto: Nadine Wojcik)

Vom Hörsaal auf die Baustelle

Die Kreissäge heult auf. Vorsichtig schiebt Max Holzstücke ins Sägeblatt. Nur 30 Meter Luftlinie entfernt sitzen einige seiner Kommilitonen der Hochschule für Technik und Wirtschaft auf der Terrasse der Mensa und genießen ein sonniges Mittagessen. Max hingegen schnappt sich seine handgefertigten Holzkeile Marke Eigenbau und betritt das noch unfertige Plusenergiehaus. "Wir haben noch viel zu tun", bescheinigt er, steckt die Keile hinter die Innenverkleidung und schraubt so die spätere Wand des Wohnzimmers fest.

Zwei Studenten auf der Baustelle (Foto: Nadine Wojcik)

Viel zu tun: Max und Martin

Zwei Tage später steht das Plusenergiehaus, an dem rund 30 Studierende des Projekts "livingEQUIA" mitgearbeitet haben. Das Berliner Team ist eins von 20, das dieses Jahr an dem internationalen Plusenergiehaus-Wettbewerb "Solar Decathlon Europe" in Madrid teilnimmt. Die Herausforderung: ein Haus zu bauen, das mithilfe der Solartechnik mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.

Öko innen und außen

Linda Wortmann ist Leiterin des Architektenteams und bezeichnet sich selbstironisch als "Ästhetikmutter" des Projekts. Das heißt, sie sorgt für einen ansprechenden und modernen Innenraum. Die Auflagen des Wettbewerbs sind dabei eine Herausforderung, da nur ökologische Materialien verwendet werden dürfen. So entschied sie sich beispielsweise für umweltfreundliche Kautschukfliesen, ein Material, mit dem sie im Studium allerdings noch keine Bekanntschaft gemacht hat.

Computersimulation des Plusenergiehauses (Foto: living EQUIA)

Nachhaltiges Wohnen: Das Solarhaus erzeugt mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen.

Bei "livingEQUIA" sind nicht nur Architektur-, sondern auch Studierende der Umwelttechnik gefragt. Einer von ihnen ist Martin Hofmann. "Wir haben uns für den Wettbewerb ein dreiteiliges System ausgedacht", erklärt er das Energiekonzept des Studentenhauses. "Den Strom erzeugen wir mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und auch mit Photovoltaikzellen auf den Fensterläden." Wasser und Heizung werden hingegen von Thermi-Kollektoren erwärmt, die an einer der Hausfassaden angebracht sind und Sonnenstrahlen in Wärme umwandeln. "Mit all diesen Anlagen erzeugen wir 50 Prozent mehr Energie, als das Haus eigentlich benötigt."

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Jenseits von Hörsaaltheorien

Eine Studentin auf der Baustelle (Foto: Nadine Wojcik)

Packt mit an: Linda Wortmann, Leiterin des Architektenteams

Kaum wird das Haus aufgebaut sein, werden die Berliner Studenten es auch schon wieder abbauen, damit es in Einzelteilen zum "Solar Decathlon"-Wettbewerb nach Madrid reisen kann. Dafür musste das Architektenteam das Haus zusätzlich so entwerfen, dass es vereinfacht gesagt mit Dach-, Boden- und Wandmodulen zusammengesteckt werden, also relativ problemlos ab- und aufgebaut werden kann.

Zwei Jahre hat es von der Idee über die Entwürfe bis zum Bau gedauert. Natürlich freuen sich die Studierenden schon auf den Showdown in Madrid, wenn auch die anderen 19 Teams aus der ganzen Welt ihre Häuser aufbauen. Und noch etwas Gutes hat die Reise in den Süden: In Spanien strahlt eindeutig häufiger die Sonne, und daher wird ihr Haus noch mehr zusätzliche Energie erzeugen.


Autorin: Nadine Wojcik
Redaktion: Gaby Reucher

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