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Aktuell Europa

Gebäudeeinsturz am AKW Tschernobyl

In der "Todeszone" um das 1986 havarierte ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl sorgt ein Dach-Einsturz für Aufregung. Ein Anstieg der Radioaktivität wurde nicht gemessen. Greenpeace ist dennoch beunruhigt.

Teilweise eingestürztes Gebäude am AKW Tschernobyl

Tschernobyl - Dach unter Schneemassen eingestürzt

Am ukrainischen Unglücksreaktor Tschernobyl ist den Behörden zufolge eine Turbinenhalle teilweise eingestürzt. Teile des Daches und der Mauer hätten der Schneelast auf dem Gebäude nicht standgehalten. Der sogenannte Sarkophag - der Schutzmantel um den zerstörten Reaktor - sei nicht betroffen.

Es gebe keine Verletzten und keine Erhöhung der Strahlenwerte, teilte das Ministerium für Katastrophenschutz mit. Der Unfall ereignete sich bereits am Dienstag etwa 70 Meter entfernt vom Sarkophag.

Greenpeace: Auch Sarkophag könnte einstürzen

Die Kraftverksleitung erklärte, die Unfallursache werde innerhalb der nächsten 14 Tage von einer Sonderkommission untersucht. Zwei französische Unternehmen, die an der Erneuerung der Hülle arbeiten, kündigten als Vorsichtsmaßnahme den Abzug von 80 Mitarbeitern an.

Greenpeace bezeichnete den Unfall als "beunruhigendes Signal". Es gebe "keine Garantie, dass in naher Zukunft nicht auch der Sarkophag einzustürzen beginnt", teilte die Umweltschutzorganisation in der etwa 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Kiew mit.

Neue Hülle soll 2015 fertig sein

Der vierte Block des Atomreaktors Tschernobyl war am 26. April 1986 explodiert. Die Havarie wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft, von der Ukraine breitete sich die abgeschwächte Wolke über weite Teile Europas aus.

Im vergangenen Jahr wurde unter Leitung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit dem Bau eines 1,54 Milliarden Euro teuren neuen Schutzmantels begonnen. Derzeit arbeiten rund 1500 Beschäftigte aus 22 Ländern an der Hülle, die den alten Sarkophag 2015 ersetzen soll.

gri/qu (dpa, rtr)

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