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Afrika

Gbagbo weist Botschafter aus

Laurent Gbagbo, selbsternannter Präsident der Elfenbeinküste, will die Botschafter von Kanada und Großbritannien ausweisen. Beide Länder unterstützen den international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara.

Laurent Gbagbo will das Präsidentenamt nicht räumen (Foto: AP)

Laurent Gbagbo will das Präsidentenamt nicht räumen

Gbagbo hat den Botschaftern von Kanada und Großbritannien am Donnerstag (06.01.2011) die Akkreditierung entzogen. Gbagbo reagiere damit auf die Ausweisung der von ihm ernannten Botschafter in beiden Ländern, sagte Pascal Affi N'Guessan, ein enger Vertrauter des ivorischen Alt-Präsidenten.

Ausweisung ungültig?

Alassane Ouattara (Foto: AP)

Das Ausland erkennt Alassane Ouattara als Präsident an

Die britische Regierung reagierte prompt auf Gbagbos Schritt: Sie wies die angeordnete Ausweisung als ungültig zurück. Großbritannien erkenne Alassane Ouattara als den rechtmäßig gewählten Präsidenten der Elfenbeinküste an. Nur er könne entsprechende Anweisungen erteilen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in London in der Nacht zum Freitag.

Aus Ottawa kam eine ähnliche Reaktion: "Kanada erkennt die Regierung von Laurent Gbagbo nicht an, also ist die Aufforderung zum Abzug unseres Botschafters aus der Elfenbeinküste unwirksam", sagte der kanadische Außenminister Lawrence Cannon.

Wachsender internationaler Druck

Der Druck auf Gbagbo wächst. Am Donnerstag haben die USA neue Sanktionen gegen ihn verhängt. Allen US-Bürgern ist es ab sofort verboten, Geschäfte mit Gbagbo, seiner Frau und drei seiner engen Vertrauten zu machen. Die USA frieren alle Besitztümer der betroffenen Ivorer ein. Die fünf bedrohten die Friedensbemühungen und die nationale Ausssöhnung in der Elfenbeinküste, teilte die US-Regierung mit. Sie wolle versuchen, Gbagbo und seine Verbündeten finanziell zu isolieren und zum Aufgeben zu bewegen. Die USA hatten vorher bereits Reisesanktionen gegen Gbagbo und seine Mitstreiter verhängt.

Drohende Ausweitung des Konflikts

Unruhen in der Elfenbeinküste (Foto: dpa)

Seit Laurent Gbagbo das Präsidentenamt für sich beansprucht, kommt es in der Elfenbeinküste immer wieder zu Gewalt zwischen Anhängern von Alassane Ouattara und denen von Laurent Gbagbo. Am Donnerstagabend kamen bei gewaltsamen Zusammenstößen im Westen des Landes mindestens 14 Menschen ums Leben. Das berichtete die BBC am Donnerstagabend. Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Machtkonflikt auf weitere Landesteile übergreifen könnte. Außer rivalisierenden Milizen sollen sich auch Söldner aus Liberia im Land aufhalten.

Ouattara und Gbagbo beanspruchen seit fast sechs Wochen beide das Präsidentenamt für sich. Ouattara, der von der unabhängigen Wahlkommission zum Sieger erklärt wurde, kann seit Wochen sein von UN-Blauhelmen geschütztes Hauptquartier in einem Hotel in Abidjan nicht verlassen. Das Hotel wird von Gbabgo-Anhängern belagert.

Autorin: Christine Harjes (dpa, afp)
Redaktion: Katrin Ogunsade

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