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Politik

Gazprom-Manager soll Staatspräsident werden

Der russische Präsident Putin unterstützt den Vorschlag, den stellvertretenden Ministerpräsidenten Medwedew zu seinem Nachfolger zu machen. Die Wahl des Gazprom-Managers ins höchste Staatsamt gilt damit als sicher.

Zwei Männer in dunklen Anzügen stehen nebeneinander. Im Hintergrund ein Treppenaufgang (Quelle: AP)

Präsident Putin (l.) und der von ihm favorisierte Nachfolger Medwedew (Archivbild)

Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew soll Nachfolger von Staatschef Wladimir Putin werden. "Ich unterstütze seine Kandidatur voll und ganz", sagte Putin am Montag (10.12.2007), nachdem ihm der Vorsitzende der Kreml-Partei Einiges Russland, Boris Gryslow, den 42-Jährigen als Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl im März vorgeschlagen hatte. Das Gespräch wurde vom staatlichen Fernsehen übertragen. Medwedew, ein enger Vertrauter Putins, ist derzeit Erster Vize-Ministerpräsident und Aufsichtsratschef des staatlichen Energieriesen Gazprom. Putin selbst darf bei der Präsidentschaftswahl am 2. März nach zwei Amtszeiten in Folge laut Verfassung nicht mehr antreten.

Drei von fünf Russen für Putins Kandidaten

Kopf eines Mannes vor blauem Poster mit Logo in russischer Schrift (Quelle: dpa)

Gryzlow, Vorsitzender von Einiges Russland, hat Medwedew vorgeschlagen (Archivbild)

Einiges Russland hatte mit Spitzenkandidat Putin die Parlamentswahl am 2. Dezember haushoch gewonnen. Am 17. Dezember will die Partei Medwedew offiziell zum Spitzenkandidaten nominieren. Der 42-Jährige ist nicht Mitglied von Einiges Russland. Auch die Parteien Gerechtes Russland, Bürgerkraft und die Agrarpartei unterstützen laut Gryslow die Kandidatur Medwedews. Gryslow lobte Medwedew als "äußerst sozial orientierten Kandidaten", der in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet habe. "In den kommenden vier Jahren werden wir unter der Devise "Verbesserung der Lebensqualität" arbeiten", sagte Gryslow.

Allein durch die Unterstützung Putins gilt ein Sieg Medwedews bei der Präsidentschaftswahl am 2. März als gewiss. Bisher haben über 60 Prozent der Bevölkerung in Umfragen angegeben, bei der Wahl am 2. März für den Kandidaten zu stimmen, den Putin unterstützt. Wie Putins Rolle danach aussieht, ist noch unklar. Vor der Parlamentswahl hatte der Präsident erklärt, ein hohes Wahlergebnis für Einiges Russland würde ihm das "moralische" Recht geben, weiter Macht auszuüben. Wie dies aussehen könnte, erläuterte er nicht.

Langjähriger Weggenosse Putins

Helle Gebäudefront mit riesigem Gazprom-Logo (in russisch) auf dem Dach (Quelle: DW)

Medwedew ist Aufsichtsratsvorsitzender des staatlichen Energiekonzerns Gazprom

Er kenne Medwedew seit mehr als 17 Jahren, sagte Putin in dem vom staatlichen Fernsehen übertragenen Gespräch mit Gryslow. In all dieser Zeit habe er eng mit ihm zusammengearbeitet. Die beiden sind Freunde aus ihrer gemeinsamen Zeit in St. Petersburg. Der gelernte Rechtsanwalt Medwedew wurde Anfang der 90er Jahre von Putin engagiert.

Nachdem er Putins Wahlkampagne 2000 erfolgreich geleitet hatte, wurde er vom Präsidenten zum Stabschef im Kreml ernannt. 2005 wurde er zum stellvertretenden Ministerpräsidenten für Gesundheit, Wohnungsbau und Bildung ernannt. Medwedew gilt als Vertreter des liberalen Flügels im Kreml. (rri)

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