Gaza: Grenze zu Ägypten für drei Tage geöffnet | Aktuell Nahost | DW | 18.11.2017
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Nahost

Gaza: Grenze zu Ägypten für drei Tage geöffnet

Die Palästinenser-Regierung von Präsident Mahmud Abbas kontrolliert erstmals seit 2007 wieder den Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Die Menschen hoffen auf erleichterte Reisemöglichkeiten.

Rafah im Süden des Gazastreifens ist der einzige nicht von Israel kontrollierte Zugang zum Gazastreifen und soll zunächst drei Tage offen bleiben. Rund 20.000 Einwohner des isolierten Palästinensergebiets hatten sich beim ägyptischen Innenministerium um eine Erlaubnis zum Grenzübertritt beworben.

Viele Palästinenser hoffen, dass für sie nun die Aus- und Einreise aus dem verarmten Küstenstreifen leichter wird. Außerdem erwarten sie, dass sich durch das Abkommen ihre schlechte wirtschaftliche Lage bessert und die Gründung eines eigenen Staates vorankommt.

Die vergangenen Jahre waren von Hass und Misstrauen der beiden palästinensischen Lager geprägt. Die radikalislamische Hamas hatte die Parlamentswahl 2006 gewonnen und ein Jahr später die gemäßigtere Fatah von Abbas gewaltsam aus dem Gazastreifen vertrieben. Abbas regierte seither mit seiner Fatah nur im israelisch besetzten Westjordanland. Nach vielen vergeblichen Anläufen vereinbarten die Hamas und Fatah dann am 12. Oktober in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ein Versöhnungsabkommen.

Geste des Nachbarn

Die Öffnung der Grenze ist eine Geste Ägyptens vor dem für den 1. Dezember geplanten Inkrafttreten des Versöhnungsabkommen zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen. Die in Kairo unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, dass die im Westjordanland ansässige Palästinenserbehörde bis spätestens zum 1. Dezember die Kontrolle im Gazastreifen übernimmt, die in den vergangenen Jahren in den Händen der radikalislamischen Hamas gelegen hatte.

Ägypten öffnet Grenze zum Gazastreifen für drei Tage (Getty Images/AFP/S. Khatib)

Jahrelang war der Grenzübergang zu Ägypten geschlossen - nun öffnet er für drei Tage

Ägypten hatte die Grenze zum Gazastreifen zuletzt im August kurzzeitig geöffnet. In den Jahren zuvor war sie zumeist geschlossen, weil Ägypten die Hamas isolieren wollte. Da auch Israel seine Grenze zum Gazastreifen geschlossen hält, saßen dessen Bewohner ohne Möglichkeit zur Ausreise fest.

Ziel der Versöhnung der ehemaligen Rivalen ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Gazastreifen ist mit 360 Quadratkilometern Fläche nur etwa halb so groß wie Hamburg. EU und USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Der Gazastreifen wird von Israel und Ägypten weitgehend blockiert.

cgn/uh (afp, dpa, rtr)