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Bundespräsident

Gaucks Sorgen vor der US-Wahl

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit zeigt sich Bundespräsident Joachim Gauck beunruhigt über einen möglichen US-Präsidenten Donald Trump. Er hofft auf die demokratischen Strukturen der Weltmacht.

Beim Blick nach Washington sei er besorgt, sagte Gauck dem "Spiegel". "Was uns unter anderem Sorgen machen muss, ist seine Unberechenbarkeit." Es lasse sich nicht abschätzen, was von einem Präsidenten Trump zu erwarten wäre. "Das halte ich - zusammen mit vielen Menschen in den USA und bei uns - für ein Problem". Er hoffe aber, dass das System der gegenseitigen Kontrolle der demokratischen Institutionen in den USA, das die Macht einhege, auch künftig tragen werde.

Joachim Gauck (Foto: Getty Images/AFP)

Joachim Gauck

Es ist ungewöhnlich, dass sich ein Staatsoberhaupt zu derartigen Begebenheiten in anderen Ländern äußert. Doch Gauck hat sich in seiner Amtszeit immer als Mahner aber auch als Vermittler gesehen und den politischen Diskurs nicht gescheut. Von daher kommen diese Äußerungen des 76-Jährigen nicht überraschend.

Keine Angst zeigen

Zu Beschimpfungen seiner Person per Post oder im Internet sagte Gauck dem Magazin, die lese er nicht. "Und ich lebe ganz gut damit." Er bekomme nur entsprechende Zusammenfassungen oder Auswertungen, fügte das Staatsoberhaupt hinzu. "Aber ich sitze ganz bestimmt nicht jeden Abend da und gucke im Internet nach, wer mich jetzt schon wieder beschimpft." Den wachsenden Hass in der Gesellschaft hält Gauck zwar für ein Problem, mahnt aber auch zu Gelassenheit. "Wir sollten die Hassenden nicht mit unserer Angst beschenken", sagte der Theologe. "Wer derart hasst, wird in diesem Land mit seiner großen, großen Mehrheit friedfertiger, zivilisierter Bürger nicht die Mehrheit erringen." Dennoch sieht er mit großer Sorge, dass ein Teil der Nutzer Hass ungehemmt auslebt, dass er andere, oft im Schutz der Anonymität, öffentlich diffamiert, gegen sie hetzt, sie bedroht. Das finde ich furchtbar.

cgn/wl (afp, dpa, epd, kna, rtr)

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