1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Gauck würdigt deutsch-schwedische Freundschaft

Bei seinem Antrittsbesuch in Schweden erinnert sich Bundespräsident Gauck an seine eigene Schulzeit und nennt den skandinavischen Staat sein "Sehnsuchtsland".

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt sind am Freitag in Schweden mit großem Protokoll empfangen worden. In Stockholm trafen beide gleich mehrfach mit König Carl XVI. Gustav und Königin Silvia zusammen. Anlass des eintägigen Besuchs waren die Jubiläumsfeiern zum 400-jährigen Bestehen der Deutschen Schule in Stockholm, an denen das schwedische Königspaar teilnahm.

Bundespräsident Joachim Gauck in der Deutschen Schule in Stockholm zusammen mit Königin Silvia von Schweden (l.) (Foto: dapd)

Die Deutsche Schule in Stockholm existiert schon seit 400 Jahren

Schule in der DDR

Vor den Schülern und Lehrern der Deutschen Schule erinnerte Gauck in seiner Festrede an das Schulsystem in der DDR. Dort seien Kinder wie in anderen osteuropäischen Ländern zu "Gehorsam, Anpassung und Unterwerfung" erzogen worden. Gauck berichtete von seinen eigenen vier Kindern, die in der DDR nicht das Abitur machen durften. "Was für ein Unterschied zu den Schulen dieses Landes", sagte er. "Hier wird Schule zur großen Chance."

Gauck würdigte die engen Beziehungen beider Länder. Das Verhältnis sei von "Tiefe, Dauerhaftigkeit und Herzlichkeit" geprägt, sagte das deutsche Staatsoberhaupt. Gleichzeitig rief er Schweden dazu auf, mehr Verantwortung für die Zukunft Europas zu übernehmen. Vor allem junge Menschen sollten sich für die Einigung des "von allerlei Krisen und unterschiedlichen Interessen herausgeforderten und bedrängten Kontinents" einsetzen, ergänzte Gauck.

Sein "Sehnsuchtsland" Schweden

Königin Silvia, Daniela Schadt, Bundespräsident Joachim Gauck und König Carl XVI. Gustav (Foto: REUTERS)

Empfang vom schwedischen Königspaar

Der 72-Jährige nannte Schweden wegen seiner demokratischen Tradition und seinem Bemühen um sozialen Ausgleich sein "Sehnsuchtsland". Von Rostock aus habe er in DDR-Zeiten die Fähren nach Schweden beobachtet, später sogar Schwedisch gelernt, erzählte er auf dem Flug von Berlin nach Stockholm. Als Pastor habe er einmal auch Schweden besuchen können.

Mit dem Aufenthalt in Schweden setzt Gauck die Serie von Antrittsbesuchen seit seiner Wahl am 18. März fort. Als erstes Land hatte er Polen besucht, danach Brüssel und Straßburg. Am Samstag wird Gauck in den Niederlanden erwartet. Dort spricht er als erster Deutscher zum Jahrestag der Befreiung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg.

pg/nis (dpa, dapd, afp)