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Aktuell Europa

Gauck tritt in Tschechien Sorgen vor deutscher Dominanz entgegen

Die Verbrechen der Nationalsozialisten, das Schicksal der Sudetendeutschen und überhaupt die Rolle Deutschlands: Bundespräsident Gauck mühte sich bei seinem Besuch in Tschechien um Versöhnung und Verständigung.

Ja, mehr deutsche Verantwortung - im deutschen Alleingang: nein. Diese Botschaft übermittelte Bundespräsident Joachim Gauck (Artikelbild links) noch einmal zum Abschluss seines Staatsbesuchs in Tschechien. Befürchtungen über eine deutsche Dominanz in Europa wollte er auch in Prag als unbegründet ausräumen."Es droht kein deutsches Europa", sagte Gauck am Mittwoch im Rahmen des Gesprächskreises "Vaclav Havels Europäische Dialoge".

Er erinnerte an seinen jüngsten Appell vor der Münchner Sicherheitskonferenz, Deutschland solle mehr internationale Verantwortung übernehmen. Dies sei aber nicht im Alleingang, sondern nur innerhalb der Europäischen Union möglich. Ein starkes Deutschland diene auch der Stabilisierung Europas, rückte Gauck seine Position zurecht. Nationale Strömungen spielten in Deutschland keine wichtige Rolle. Auch in der Ukraine-Krise werde es keinen deutschen Sonderweg geben.

Mit dem tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman besuchte Bundespräsident Joachim Gauck das frühere Konzentrationslager und Ghetto in Theresienstadt (foto: reuters)

Mit dem tschechischen Staatsoberhaupt Milos Zeman besuchte Bundespräsident Joachim Gauck das frühere Konzentrationslager und Ghetto in Theresienstadt

Bei einem Besuch des Stammwerks des tschechischen Autobauers Skoda würdigte der Bundespräsident die deutsche Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern als Modell auch für andere Länder. Für ein Unternehmen gehe es nicht nur um gute Zahlen, sondern auch um soziale Verantwortung, sagte Gauck vor einem Teil der Belegschaft in Mlada Boleslaw bei Prag. Die Volkswagen-Tochter Skoda produziert weltweit etwa eine Million Autos im Jahr.

In einer Rede an der Prager Karls-Universität hatte Gauck am Dienstag an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert, aber auch die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg angesprochen. Aus CDU und CSU bekam er dafür Beifall.

SC/kle (dpa)

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