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Bundespräsident

Gauck setzt auf deutsch-französische Zusammenarbeit

Zum letzten Mal treffen Bundespräsident Joachim Gauck und der französische Präsident François Hollande zusammen. Angesichts weltweiter Krisen ist eine Stärkung des deutsch-französischen Verhältnisses ihre Devise.

Der Bundespräsident sagte in Paris: "Wir waren uns einig: Wann, wenn nicht jetzt, muss das Tandem der Deutschen und Franzosen zum Nutzen der Europäischen Union weiter stabilisiert werden?"

Als zentrale Sorgen nannte der Bundespräsident Unsicherheiten nach dem Machtwechsel in den USA, den Konflikt mit Russland in der Ukraine-Krise und die Terrorbekämpfung. "Da gab es ein sehr hohes Maß an Einvernehmen", sagte Gauck. "Deutschland will und kann nicht alleine eine Rolle in Europa spielen und anderen sagen, wo es langgeht."

Teilnehmer beschrieben das Gespräch als ernst. "Wir mussten unsere Besorgnisse nicht verschweigen", sagte Gauck. Thema war nach seinen Worten auch die innere Sicherheit nach den Terroranschlägen in beiden Ländern. Die Bevölkerung wolle eine Sicherheitsarchitektur, der sie vertrauen könne.

An diesem Donnerstag erhält Gauck an der Pariser Sorbonne-Universität die Ehrendoktorwürde und nach einer Rede zum deutsch-französischen Verhältnis besucht er die Académie Française, wo er auch den früheren Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing trifft. Gauck und Hollande, die sich in den vergangenen fünf Jahren immer wieder getroffen hatten, kamen zum letzten Mal als Staatsoberhäupter zusammen.

Gemeinsame Geschichte

Besondere Aufmerksamkeit hatte 2013 ein gemeinsamer Besuch in dem Ort Oradour-sur-Glane erhalten, an dem die beiden Präsidenten an ein von deutschen SS-Soldaten im Zweiten Weltkrieg verübtes Massaker erinnerten. Dabei waren über 600 Zivilisten ermordet worden. Ebenso wie der Bundespräsident scheidet auch Hollande im Frühjahr aus dem Amt. Der Sozialist verzichtet auf eine theoretisch mögliche Wiederwahl.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hält sich am Donnerstag ebenfalls in Paris auf. Geplant ist unter anderem ein Abendessen mit dem französischen Ressortchef Jean-Marc Ayrault. Es ist die letzte Reise Steinmeiers vor Ende seiner Amtszeit. Der SPD-Politiker stellt sich am 12. Februar in der Bundesversammlung zur Wahl für die Nachfolge Gaucks. Steinmeiers Amt übernimmt der scheidende SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Am Freitag kommt Hollande zu einem Mittagessen mit Kanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Auch dabei dürfte es um eine gemeinsame Antwort auf die internationalen Krisen und Unsicherheiten gehen.

cgn/stu (afp, dpa)