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Deutschland

Gauck: Europa lohnt sich

Die Welt ist im Umbruch, daran erinnerte Bundespräsident Gauck bei seinem Neujahrsempfang in Berlin. Es sei wichtig, europäische Werte zu schätzen - und die Macht des Internets nicht zu unterschätzen.

"Nehmen wir diejenigen ernst, die sich nach mehr politischer und wirtschaftlicher Teilhabe sehnen. Forderungen werden nicht verschwinden, wenn ihre Artikulation unterdrückt wird." Mit diesem Aufruf beendete Bundespräsident Joachim Gauck seine Rede zum traditionellen Neujahrsempfang im Schloss Bellevue. Vor ihm standen 170 hochrangige Mitglieder des Diplomatischen Korps in Deutschland, also Botschafter, Gesandte, Geschäftsträger und Vertreter internationaler Organisationen in Deutschland.

Die Arabische Welt nannte Gauck exemplarisch für die vielen Umbrüche der jüngsten Zeit. Und dort wie überall sei es besonders die junge Generation, die sich für Freiheit, Würde und eine bessere Zukunft einsetze. Das Internet und andere Medien spielten bei ihnen eine besondere Rolle, um sich zu informieren und miteinander zu vernetzen.

Werben für Europa

Bundespräsident Joachim Gauck, Außenminister Guido Westerwelle und Vertreter der in Deutschland akkreditierten Diplomaten (Foto: dpa)

Diplomatisches Korps: 178 Staaten und 26 Organisationen

Auch für das gemeinsame Projekt Europa sei es wichtig, die nachwachsende Generation einzubeziehen, betonte der Bundespräsident. "Es lohnt sich, dass wir unsere Kraft dafür einsetzen." Denn es sei einzigartig in Europa, "dass wir uns von den Waffen unserer europäischen Nachbarn nicht bedroht fühlen und dass wir uns nicht vor deren Stärke, sondern allenfalls vor gelegentlichen Schwächen fürchten". Die Völker seien nicht mehr gegeneinander aufgebracht, sondern in gemeinsamer Achtung der Menschenrechte vereint.

Gauck, der ehemalige Bürgerrechtler aus der DDR, betonte in seiner Rede auch, wie essentiell Freiheit und Bürgersinn sind. "Ich glaube fest daran, dass jeder einzelne Mensch einen Unterschied machen kann."

Als aktuelle Herausforderungen nannte der Bundespräsident auch die Schwierigkeiten durch den Klimawandel und das Ringen um richtige Lehren aus der Wirtschafts- und Finanzkrise. Ansonsten widmete er sich gemeinsamen Werten.

Gauck mahnte einen respektvollen und verantwortungsvollen Umgang miteinander an, betonte die Wichtigkeit von Freiheit auch für wirtschaftliche Prosperität oder den manchmal gar nicht so kleinen diplomatischen Erfolg, wenn man einen "Tee miteinander trinkt".

Viel Händeschütteln

Neben dem Bundespräsidenten stand Außenminister Guido Westerwelle, der Gauck nach seiner Rede zufrieden anlächelte. Es war Gaucks erster Neujahrsempfang im Schloss Bellevue - man merkte ihm das nicht an. Alles lief wie am Schnürchen. Der Bundespräsident hatte zuvor in einem Defilee seinen Gästen die Hände geschüttelt und ein gutes neues Jahr gewünscht. Das ging recht zügig vonstatten. Für jeden Glückwunsch blieben nur ein paar Sekunden.

Nur US-Botschafter Philip D. Murphy fiel ein wenig aus der Reihe, weil er Gauck freundschaftlich auf den Oberarm klopfte. Für Abwechslung sorgten ansonsten so manche wunderschön anzusehenden traditionellen Anzüge oder Kleider der Diplomatinnen und Diplomaten.

Bundespräsident Joachim Gauck bedankt sich beim Erzbischof Jean-Claude Perisset (Foto: dpa)

Gauck mit Nuntius Périsset

Traditionell ergriff neben dem Bundespräsidenten noch der Vertreter des Heiligen Stuhls, Nuntius Jean-Claude Périsset, das Wort. Der Erzbischof erinnerte die Mitglieder des Diplomatischen Korps daran, dass sie mit ihrem Amt zum Dienst am Volke verpflichtet seien. So wie es für die deutschen Politiker die Inschrift "Dem Deutschen Volke" über dem Reichstag in Berlin mahne.

Er freue sich, so Périsset, auf die Zusammenarbeit mit Bundespräsident Gauck, der in seinem ersten Amtsjahr bereits einen neuen Stil pflege. Das habe das Diplomatische Korps bei der Informations- und Kennenlernreise nach Sachsen im August 2012 erleben dürfen.

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