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Aktuell Europa

Gauck erinnert an Europas Werte

Mit anderen Staatsoberhäupten feiert Bundespräsident Gauck in der Slowakei und in Tschechien die "Samtene Revolution" von 1989. Am sogenannten Tor der Freiheit forderte er mehr Geschichtsbewusstsein.

"Menschen, die heute verstehen wollen, was Europa ist, müssen wissen woher wir kommen", sagte Bundespräsident Joachim Gauck bei einer Gedenkveranstaltung an der slowakisch-österreichischen Grenze. Europa müsse sich "in Zeiten, in denen Frieden nicht mehr selbstverständlich ist," an seine Werte erinnern.

Gemeinsam mit den Präsidenten der Slowakei und Polens legte Gauck am "Tor der Freiheit" zur Erinnerung an die gescheiterten Fluchtversuche von Ost nach West während der kommunistischen Herrschaft einen Kranz nieder (Artikelbild). Rund 400 Menschen waren bei Fluchtversuchen aus der damaligen Tschechoslowakei in den Westen ums Leben gekommen.

Feierlichkeiten in Prag

Nach der Zeremonie reisten Gauck und die anderen Staatsoberhäupter nach Prag weiter. In der Hauptstadt Tschechiens finden die internationalen Gedenkfeiern zum 25. Jahrestag der "Samtenen Revolution" gegen den Kommunismus ihren Abschluss. Der tschechischen Ministerpräsident Bohuslav Sobotka zündete bereits an einem Denkmal in Prag eine Kerze an. Die "Samtrevolution" habe Demokratie und Freiheit gebracht. Es liege an jedem selbst, dies heute als Chance zu nutzen, sagte Sobotka.

Die Demonstrationen und Proteste in der Tschechoslowakei im November 1989 waren ein Schlüsselereignis für den Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft in Osteuropa. Am 16. November 1989 demonstrierten in Bratislava Tausende Menschen friedlich für Freiheit und Demokratie.

Einen Tag später wurde eine große Studentenkundgebung in Prag von der Polizei niedergeknüppelt. Nach der Überwindung des Kommunismus löste sich die Tschechoslowakei 1992 friedlich auf. Nachfolgestaaten sind Tschechien und die Slowakei. Sie gehören der NATO und der EU an.

Poroschenko in Bratislava

Begonnen hatten die Feierlichkeiten am Sonntag in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Dort nahm auch der Staatschef der Ukraine, Petro Poroschenko, an einem festlichen Abendessen der Präsidenten Ungarns, Polens, Tschechiens, der Slowakei und Deutschlands teil. Dabei rief Gauck die Europäische Union zu Geschlossenheit und Solidarität in der Ukraine-Krise auf. Der Konflikt in der Ukraine unterstreiche die Bedeutung Europas als Friedensprojekt. "Für mich steht außer Zweifel: Die Europäische Union muss weiterhin geschlossen handeln", betonte Gauck.

wl/uh (dpa)