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Aktuell Kultur

Gauck eröffnet Schau zu Karl dem Großen

Mit lobenden Worten für den Kaiser hat Bundespräsident Gauck die große dreiteilige Schau zu Karl dem Großen in Aachen eröffnet. Sie ist Höhepunkt des Karlsjahres: Vor 1200 Jahren starb der Herrscher.

In seiner Ansprache würdigte Joachim Gauck den vielleicht bedeutendsten Herrscher der Mittelalters (747/748-814) als Mann der Tat, der auch aus heutiger Sicht zurecht als Vater Europas bezeichnet werde: "In einem immer noch erstaunlichen politischen und militärischen Kraftakt schuf er die Einigung jener europäischen Regionen und Länder, die auch Jahrhunderte später noch an der Wiege der Europäischen Union standen." Gauck ist neben den Staatspräsidenten von Frankreich, Francois Hollande, und Italien, Giorgio Napolitano, Schirmherr der Ausstellung.

Kulturelle Neugründung Europas

Als besonderes Verdienst Karls hob Gauck dessen Einsatz für Kultur und Bildung hervor. "Kultur und Bildung muss man wollen", sagte der Bundespräsident. Wenn eine so große Kraftentfaltung wie bei der karolingischen Reform möglich gewesen sei, dann gebe es heute keine Ausreden für mangelnde Anstrengungen bei kultureller Erziehung und Bildung, sagte Gauck. Die Erinnerung an Karl könne Mut für die Gegenwart machen.

Auch die nordrhein-westfälische Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) nannte es ein historisches Verdienst Karls, die lateinischen und griechischen Schriften der Antike abschreiben lassen und in den Kloster-Bibliotheken für die Nachwelt erhalten zu haben.

Ausstellung mit drei Schwerpunkten

Mit der Ausstellung "Macht.Kunst.Schätze" erinnert Aachen, die Lieblingspfalz Karls, drei Monate lang an die Rolle der Stadt als Machtzentrum des mittelalterlichen Kaiserreichs. Bis zum 21. September werden in Aachen rund 250 Exponate gezeigt, darunter auch Leihgaben aus dem Vatikan, der Pariser Nationalbibliothek, dem Victoria and Albert Museum in London und dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Die Ausstellungen haben drei unterschiedliche Schwerpunkte: Im Centre Charlemagne, dem Neuen Stadtmuseum, ist "Karls Kunst" zu sehen. Die Exponate stammen aus den Werkstätten Kaisers und sollen die kulturelle Blüte der Karolingerzeit sichtbar machen. In der ehemaligen Königshalle, dem heutigen Rathaus, präsentieren die Ausstellungsmacher "Orte der Macht". Gezeigt wird das höfische Leben der Karolingerzeit, in der der Herrscher von Pfalz zu Pfalz reisen musste. Die Domschatzkammer zeigt "Verlorene Schätze", sakrale Kunstwerke, die einst zum Domschatz gehörten und für die Dauer der Ausstellung aus ganz Europa zurück nach Aachen geholt wurden. Im Dom befindet sich auch das Grab Karls. Er ist als erstes deutsches Denkmal 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden.

Ein Kaiser der Superlative

Karl der Große gilt als Einiger Europas. Als er im Jahr 814 starb, war er König der Franken, der Langobarden und als erster Herrscher seit der Antike vom Papst in Rom gekrönter Kaiser. Nach jahrzehntelangen Feldzügen, Unterwerfungen und der Zwangschristianisierung heidnischer germanischer Stämme hinterließ der Herrscher ein Reich , das sich von Mittelitalien bis an die Nordseeküste und von den Pyrenäen bis zu Elbe und Donau erstreckte.

chr / pg (epd, kna)

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