1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Gauck: Deutsche ihrer Schuld bewusst

Als erstes ausländisches Staatsoberhaupt hat Bundespräsident Joachim Gauck in den Niederlanden am "Tag der Befreiung" von den Nazis gesprochen.

Bundespräsident Joachim Gauck, hier bei seinem Besuch in Schweden(Foto: Getty Images)

Bundespräsident Joachim Gauck zu Besuch in Schweden

Bei dem Festakt in der Stadt Breda erklärte Gauck, für ihn als einen Deutschen sei es "nicht selbstverständlich, dass ich heute hier bei Ihnen stehen und gar zu Ihnen sprechen darf." Das ihm und Deutschland entgegengebrachte Vertrauen sei "ein Geschenk, das wir nicht vergessen werden", versprach der Bundespräsident und
betonte: "Gerade weil wir Deutsche uns der Last und der Schuld der Geschichte gestellt haben, gilt für uns, gilt auch für mich: Wir feiern gemeinsam mit allen die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch".

Treffen mit Königin Beatrix

Der Festakt in Breda wird mit der Entzündung eines "Freiheitsfeuers" auf dem Schlossplatz enden. Gauck wird bei den Feierlichkeiten von Kronprinz Willem-Alexander begleitet. Am Abend werden der Bundespräsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt in Amsterdam von Königin Beatrix empfangen,.

Die Niederländer feiern alljährlich am 5. Mai den Tag der Befreiung von der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. Am 5. Mai 1945 hatte die deutsche Wehrmacht in Wageningen bei Arnheim die Kapitulationsurkunde für das Gebiet der Niederlande erklärt.

Deutscher Überfall im Mai 1940

Im Rahmen ihrer Westoffensive im Zweiten Weltkrieg hatten die deutschen Truppen das neutrale Nachbarland im Mai 1940 überfallen. Angesichts der deutschen Übermacht kapitulierten die niederländischen Streitkräfte nach wenigen Tagen. Die damalige Königin Wilhelmina floh mit der Regierung ins Exil nach London.

Deutsche Wehrmachtsoldaten in den Niederlanden (Foto: picture alliance/akg-images)

Deutsche Wehrmachtsoldaten in den Niederlanden

Das von Adolf Hitler zum Reichskommissar des besetzten Landes ernannte SS-Mitglied Arthur Seyß-Inquart verfolgte eine brutale Ausbeutungs- und Unterdrückungspolitik. Von Sommer 1942 an deportierten die Nazis mehr als 100.000 der etwa 140.000 in den Niederlanden lebenden Juden in die Vernichtungslager. Nur 5000 überlebten. 1946 wurde Seyß-Inquart im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.

wl/ml (dpa,afp,dapd,rtr)