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Sport

Gastgeber Schweiz: Gut für eine Überraschung?

Die Schweizer Nationalmannschaft möchte endlich einmal die Gruppenphase einer Fußball-EM überstehen - und setzt dabei auch auf den Heimvorteil. Die Überraschung könnte gelingen.

Fußball am Jungfraujoch

Die Schweizer wollen hoch hinaus

Das Gastgeberland Schweiz kann selbst nur auf eine kurze und ziemlich durchwachsene EM-Historie zurückblicken: Ganze zweimal schaffte es die Mannschaft seit der Geburtsstunde des Wettbewerbs im Jahr 1960 überhaupt in die Endrunde einer Fußball-Europameisterschaft. Das war 1996 in England und 2004 in Portugal. Und in beiden Fällen musste das Team schon nach der Gruppenphase den Heimweg antreten - mit jeweils einem einzigen Punkt im Gepäck. Selbst ein Star-Stürmer wie Stéphane Chapuisat konnte die magere Ausbeute nicht aufbessern. In insgesamt fünf EM-Spielen erzielte der ehemalige Torjäger von Borussia Dortmund keinen einzigen Treffer.

Hoffnungsträger Barnetta und Frei

Fußballländerspiel Deutschland gegen Schweiz

Hoffnungsträger Tranquillo Barnetta (rechts)

Chapuisat hat seine sportliche Karriere beendet, jetzt sollen andere in seine Fußstapfen treten, allen voran Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta und Stürmer Alexander Frei. "Sie sind sehr wichtig für das ganze Team", meint Stéphane Chapuisat. Die Schweiz verfüge über eine solide Defensive, aber das allein reiche nicht aus. "Wir brauchen einfach einen starken Barnetta, der 1:1-Duelle gewinnen und vorne etwas bewegen kann."

Das bedeutet vor allem: Tore schießen. Denn die waren bei den bisherigen Auftritten Mangelware: Ein 0:0 1996 gegen Kroatien und ein 1:1 vor vier Jahren gegen England: Das sind die größten EM-"Erfolge" aus Schweizer Sicht. Als zweites Gastgeberland neben Österreich war die Schweiz für die Endrunde der Europameisterschaft 2008 automatisch qualifiziert.

Schweres Los für die Schweiz

Schon in der Gruppenphase allerdings trifft das Team auf ein paar harte Brocken: Als Gegner warten Portugal, die Türkei und zum Auftakt am 7. Juni Tschechien - alle drei international erfolgreichere Mannschaften. "Ein Sieg gegen Tschechien ist machbar" - davon ist Stéphane Chapuisat trotzdem überzeugt. Denn im eigenen Land und mit dem Publikum im Rücken sei vieles möglich.

Natürlich habe die Schweiz eine schwere Gruppe erwischt, aber "bei dieser EM gibt es eigentlich gar keine einfache Gruppe". Besondere Brisanz birgt das Spiel Schweiz-Türkei, ein sportliches Wiedersehen nach einem Eklat. Das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften hatte für jede Menge Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Bei der Qualifikation für die WM 2006 hatten sich die Teams in der Relegations-Runde in zwei hitzigen Partien gegenübergestanden.

Emotionsgeladenes Duell gegen die Türkei

Fußball Schweiz Türkei

Auf der Flucht: Schweizer Spieler nach dem Skandalspiel in Istanbul

Im Hinspiel siegten die Schweizer zu Hause mit 2:0. Das Rückspiel im November 2005 konnten die Türken dann zwar mit 4:2 für sich entscheiden, aber aufgrund der beiden Auswärtstreffer waren es trotzdem die Schweizer, die das Ticket für Deutschland lösten. Die Türkei dagegen verpasste die WM-Teilnahme - Enttäuschung und Frust waren groß, sowohl bei den Spielern als auch auf den Rängen des Stadions in Istanbul. Nach dem Abpfiff eskalierte die Situation: wütende Fans bewarfen die Schweizer Spieler mit Gegenständen, die Mannschaft flüchtete buchstäblich vom Platz, im Kabinengang kam es zu Prügeleien zwischen den Spielern beider Mannschaften. Szenen wie diese sollen sich bei der Euro 2008 nicht wiederholen. "Natürlich wird das ein emotionales Spiel", meint Stéphane Chapuisat, "aber ich denke, die Schlacht von Istanbul ist Vergangenheit."

Europameister Schweiz?

WM Fußball Schweiz Fan Bilder des Tages 19.06.2006

Die Hoffnung stirbt zuletzt - wie bei der WM 2006, als die Schweiz ohne Gegentor ausschied

Nicht auf den Rängen, sondern auf dem Platz soll es heiß hergehen, hofft Chapuisat nicht nur für das Spiel gegen die Türkei, sondern für das ganze Turnier. Es soll ein friedliches Fußball-Fest werden, an das sich die Fans noch lange erinnern können.

Und noch einen Wunsch hat der Ex-Nationalspieler. Oder besser gesagt einen Wunschtraum: der Titelgewinn für die Schweiz. "Sicher wird das sehr schwierig", gibt er unumwunden zu, aber es wäre ja nicht das erste Mal, das ein Überraschungskandidat am Ende gewinnen würde. "1992 hat Dänemark geträumt, 2004 hat Griechenland geträumt - und ihre Träume sind wahr geworden. Also: warum eigentlich nicht?"

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