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Wirtschaft

Gasexporteure gründen Kartell nach OPEC-Vorbild

In Moskau haben 14 Gas exportierende Länder ein Bündnis nach dem Vorbild der OPEC geschlossen. Preisabsprachen wie beim Öl-Kartell seien in dem vom Pipeline-Transport dominierten Gasgeschäft aber nicht beabsichtigt.

Russlands Premierminister Vladimier Putin im Kreise einiger Teilnehmer des Treffens Erdgas exportierender Länder (Foto: AP)

Kartell ja, Preisabsprachen nein

Die weltgrößten Gasexporteure unterzeichneten am Dienstag (23.12.2008) in Moskau ein Abkommen, mit dem sie ihre Zusammenarbeit verstärken wollen. "Heute wurde eine neue Organisation geboren und ein neues Statut verabschiedet", verkündete Russlands Energieminister Sergej Schmatko nach Angaben der Agentur Interfax. Als Hauptsitz der bislang als Forum Gas exportierender Länder (GECF) auftretenden Organisation wurde die Hauptstadt von Katar, Doha, gewählt.

Zu den 14 Mitgliedsländern gehören neben Russland und Katar auch der Iran und Algerien. Gemeinsam fördern die 14 nach eigenen Angaben 42 Prozent der weltweiten Gasproduktion und verfügen über 73 Prozent der Gasreserven auf der Erde. Die Organisation will ihre Interessen auf den Gasmärkten bündeln.

Steigende Gaspreise

Russland hat als größtes Exportland betont, dass es keine Preisabsprachen oder andere bindende Kartell-Maßnahmen wie bei der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) plane. Dies ist auch wegen des überwiegenden Pipeline-Transports technisch derzeit kaum möglich.

Die teure Erschließung von Gasfeldern und die internationale Finanzkrise werden nach Einschätzung der russischen Regierung auf lange Sicht die Gaspreise in die Höhe treiben. "Die Zeit der billigen Energieressourcen, des billigen Gases geht sicherlich zu Ende", sagte Ministerpräsident Wladimir Putin. Die Kosten für die Erkundung, die Gasproduktion und den Transport gingen in die Höhe. "Das heißt, dass die Erschließungskosten für die Industrie in die Höhe schießen." Wegen der Koppelung an den Ölpreis erwarten Experten allerdings zunächst einen starken Rückgang der Preise im kommenden Frühjahr.

Sorge im Westen vor Förderquoten

Die Importländer befürchten, die neue Organisation könnte dem Beispiel der Ölproduzenten und ihrem Verband OPEC folgen und Förderquoten festlegen. Russland hat das zurückgewiesen. Das Land leidet derzeit aber unter dem starken Rückgang der Ölpreise. Der Boom beim Öl in den vergangenen Jahren trug den Aufschwung der russischen Wirtschaft in dieser Zeit.

Ende des Jahres steht wieder ein neuer Konflikt zwischen dem russischen Konzern Gazprom und der Ukraine bevor. Am 1. Januar läuft ein Ultimatum an die Ukraine ab, zwei Milliarden Dollar an Schulden aus früheren Gaslieferungen zu bezahlen. Gazprom hat gedroht, dann die Gaslieferungen einzustellen. Davon könnte wieder Europa betroffen sein, da wichtige Leitungen durch die Ukraine laufen. (je)

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