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Sport

Ganz Tschechien träumt vom Titelgewinn

Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2006 will die tschechische Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz wieder glänzen. Einige wichtige Spieler kicken in der Bundesliga.

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Der Routinier vom 1. FC Nürnberg: Jan Koller

Nach der Trennung von der Slowakei 1993 nahm die tschechische Nationalmannschaft 1996 in England zum ersten Mal an einer EM-Endrunde teil. Das unglücklich mit 1:2 verlorene Endspiel gegen Deutschland ist - nach dem EM-Titelgewinn 1976 noch als Tschechoslowakei gegen die Deutschen - bis heute der größte Erfolg in der Verbandsgeschichte.

Golden Goal

Oliver Bierhoff verhalf Deutschland 1996 mit seinem 'Golden Goal' zum dritten EM-Titel

Mittelfeldspieler David Jarolim vom Hamburger SV erinnert sich noch gut an den bitteren Moment der Niederlage, den er als 17-Jähriger vor dem Fernseher miterlebte: "Das war damals dieses Golden Goal von Oliver Bierhoff in der Verlängerung. Das war natürlich sehr traurig für uns Tschechen."

Neuer Trainer nach verpasster WM-Quali 2002

Die Fans konnten trotzdem stolz sein auf die damalige Leistung ihrer Mannschaft. In der Vorrunde hatte sie Italien und Russland hinter sich gelassen und im Viertel- und Halbfinale Portugal und Frankreich ausgeschaltet. Die EM vier Jahre später in Belgien und den Niederlanden war für die Tschechen allerdings schon nach der Vorrunde beendet.

Nachdem auch die Qualifikation für die WM 2002 verpasst worden war, reagierte der Verband. Er entließ Trainer Jozef Chovanec und holte als Nachfolger Karel Brückner. "Jeder Trainer hat ja seine eigene Rolle. Aber Brückner hat es geschafft, sich jedes Mal mit der Nationalmannschaft für die großen Turniere zu qualifizieren. Deswegen ist er auch ganz wichtig für uns", so Jarolim zur Bedeutung des 68-Jährigen für die Mannschaft.

Wiedergutmachung für die Fans

2004 schafften es die Tschechen ins EM-Halbfinale in Portugal. Dort unterlagen sie dem späteren Europameister Griechenland erst durch ein Gegentor in der Verlängerung mit 0:1. Bei der folgenden WM 2006 musste die Brückner-Elf nach einem Sieg gegen die USA und Niederlagen gegen Ghana und Italien aber erneut schon nach der Vorrunde die Koffer packen.

David Jarolim

David Jarolim (r.) im Testspiel gegen Litauen

Nicht nur für den 29-jährigen Jarolim ist das frühe WM-Aus ein Grund mehr, jetzt die dritte gute Europameisterschaft in Serie folgen zu lassen: "Wir wollen das für unsere Fans wieder gutmachen. Es werden viele in den Stadien sein und uns anfeuern. Deswegen wäre es ganz wichtig, dass wir da erfolgreich spielen."

"Jeder Gegner ist schwer"

Tschechiens Vorrunden-Gegner sind Gastgeber Schweiz (7. Juni), Portugal (11.) und die Türkei (15.). Dass es in dieser Gruppe nicht leicht wird, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, weiß auch Jarolim: "Das sind wirklich die besten Mannschaften und jeder Gegner ist schwer. Ich kann nicht sagen, welche Mannschaft von diesen dreien die beste ist."

Tschechien Karel Brueckner Nationaltrainer Fussball EM

Ein alter Trainerfuchs: Karel Brückner

Trainer Brückner hat es in der EM-Qualifikation geschafft, Abgänge von Topstars wie Karel Poborsky und Pavel Nedved ohne Niveauverlust zu kompensieren. Die Mannschaft ist jetzt aus vielen jungen und einigen erfahrenen, älteren Spielern zusammengesetzt. Besonders stark ist die Abwehr. Ganze fünf Treffer ließen Torwart Petr Cech (FC Chelsea) und die Defensive um David Rozehnal (Newcastle United) und Marek Jankulovski (AC Mailand) in der EM-Qualifikation zu. Damit sicherten sie sich noch vor Deutschland den Gruppensieg.

Rosicky fehlt

Der wichtigste Akteur sollte Mittelfeldspieler Tomas Rosicky (Arsenal London) sein. Der 27 Jahre alte ehemalige Dortmunder fehlt aber verletzungsbedingt. Mehr Länderspiele als Rosicky hat aus dem aktuellen Kader nur Jan Koller vom 1. FC Nürnberg bestritten. Der 35-Jährige war in der Qualifikation mit sechs Treffern bester Schütze der Tschechen und gilt im Angriff als gesetzt. Nach der EM will der bullige Stürmer seine Karriere in der Nationalmannschaft beenden.

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