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Aktuell Afrika

Gambias Präsident ruft Islamische Republik aus

Der Präsident Gambias, Yahya Jammeh, hat sein Land zu einer Islamischen Republik erklärt. Das vorwiegend muslimische Land folge damit seiner religiösen Identität und seinen Werten, sagte Jammeh in einer Fernsehansprache.

Die Regierung des kleinen westafrikanischen Landes teilte auf ihrer Webseite mit, angesichts der muslimischen Mehrheit könne es sich Gambia nicht leisten, das Erbe der kolonialen Vergangenheit aufrechtzuerhalten. "Von heute an ist Gambia ein islamischer Staat. Wir werden ein islamischer Staat sein, der die Rechte der Bürger respektiert", zitierte die Zeitung "Freedom Newspaper" aus einer Rede des Staatschefs Yahya Jammeh (Artikelbild).

Zugleich betonte Jammeh, dass Christen und Anhänger anderer Religionen ihren Glauben in Gambia weiter ausleben dürften. "Keiner hat das Recht, in ihre Lebensweise einzugreifen", so der Präsident. Auch das christliche Weihnachtsfest werde weiter respektiert. Zudem soll es Frauen erlaubt bleiben, sich so zu kleiden, wie sie möchten. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sind mehr als 90 Prozent der knapp zwei Millionen Einwohner Gambias Muslime.

Verarmter Staat

Jammeh regiert Gambia seit 21 Jahren mit harter Hand. Mehr als 11.500 Menschen flohen im vergangenen Jahr aus dem kleinsten Land Afrikas, das bis auf einen Küstenstreifen ganz vom Senegal umschlossen wird. Die frühere britische Kolonie hat 1,8 Millionen Einwohner und gehört UN-Daten zufolge zu den ärmsten Staaten der Erde. Auf dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen rangiert Gambia auf Platz 165 von 187 Ländern. Vor zwei Jahren trat das Land mit etwa der halben Fläche Hessens aus dem Commonwealth aus.

Gambia ist nach Mauretanien die zweite Islamische Republik in Afrika. Weitere Länder mit dieser Selbstbezeichnung ihrer Staatsform sind Iran, Pakistan und Afghanistan.

kle/nin (dpa, rtr, epd)