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Aktuell Afrika

Gambia setzt Hinrichtungen aus

Nach internationalen Protesten will Gambias Präsident Yahya Jammeh bis auf Weiteres keine Todesstrafen mehr vollstrecken lassen. Ende August waren neun Häftlinge hingerichtet worden.

"Der Vollzug der Todesstrafen ist auf unbestimmte Zeit ausgesetzt." Es war nur ein Satz, der im Namen des Präsidenten im Fernsehen verlesen wurde. Doch dieser eine Satz bedeutet für 38 Todeskandidaten in dem kleinen westafrikanischen Land die Hoffnung auf Leben.

Mitte August hatte der gambische Präsident Yahya Jammeh angekündigt, alle 47 zum Tode verurteilten Häftlinge im Land hinrichten zu lassen. Nur wenig später wurden neun Häftlinge – unter ihnen eine Frau – von einem Exekutionskommando erschossen. Es waren die ersten offiziellen Hinrichtungen seit dem Jahr 1985. Die Afrikanische Union und mehrere Menschenrechtsgruppen übten scharfe Kritik am Vollzug der Todesstrafen - und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklärte, die EU werde "eine angemessene Antwort" prüfen. Ob der Rückzieher des Präsidenten damit zusammenhängt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Rücksichtsloser Diktator

Der frühere Armeeoffizier Jammeh hat sich 1994 an die Macht geputscht und ist dafür bekannt, keine Einmischung zu dulden. Er regiert das nur etwa 1,3 Millionen Einwohner zählende Land mit aller Härte und geht rücksichtslos gegen jede Opposition vor.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" sitzen viele seiner politischen Gegner im Gefängnis. Auch drei der Ende August neun Hingerichteten seien aus politischen Gründen verurteilt worden. Faire, rechtsstaatliche Verfahren existierten in Gambia nicht.

jh/kis (afp, rtr)