1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik & Gesellschaft

Gaddafi will "Schlacht" nach Rebellenerfolgen

Unmittelbar nach den Erfolgsberichten der Rebellen über die Einnahme wichtiger Städte, hat sich Machthaber Gaddafi zu Wort gemeldet. Seine Anhänger sollen alles daran setzen, die eroberten Gebiete zu "befreien".

Gaddafi bei einer Fernsehansprache im Mai (Foto: dapd)

Gaddafi meldet sich nach einem größeren Vorstoß der Rebellen zu Wort

"Voran, greift zu den Waffen, zieht in den Kampf, zur Befreiung Libyens aus den Händen der Verräter und der NATO, Zentimeter um Zentimeter", mit diesen plastischen Worten forderte Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi seine Anhängerschaft zur "Schlacht" für die Befreiung Libyens "von Verrätern und von der NATO" auf. Das libysche Staatsfernsehen übertrug seine Audiobotschaft in der Nacht zum Montag (15.08.2011). "Macht Euch bereit zum Kampf! Das Blut der Märtyrer ist der Treibstoff für das Schlachtfeld." Er sagte darin weiter, dass das "Ende der Ratten" und der "Kolonisatoren" nahe sei. Gemeint waren damit wieder die libyschen Rebellen und die NATO, die die Aufständischen mit Luftangriffen unterstützt. Die Rede wurde ohne Bilder und laut Senderangabe als Live-Übertragung gesendet. Gaddafi sprach wahrscheinlich am Telefon.

"Ihr hört von mir trotz Beschusses", so Gaddafi weiter. "Der Beschuss wird ein Ende haben, die Rebellen werden ein Ende haben, auch die Idioten in den Golfstaaten werden ein Ende haben, aber das Volk Libyens wird bleiben." Die Qualität der Audiobotschaft war allerdings sehr schlecht, Vieles war nicht zu verstehen. Dies habe, so der Sender, mit technischen Problemen zu tun.

Gaddafi reagiert auf Erfolge der Rebellen

Libysche Rebellen im Westen Libyens (Foto: dapd)

Libysche Rebellen verzeichnen momentan Erfolge

Offenbar war Gaddafis Rede eine Reaktion auf die militärischen Fortschritte der Rebellen, die nach eigenen Angaben Schritt für Schritt auf wichtige Küstenstädte vorrücken. Denn nur wenige Stunden zuvor hatten die Rebellen vermeldet, die Küstenstadt Sawija erobert zu haben. Sawija liegt rund 40 Kilometer westlich von der Hauptstadt Tripolis und gilt für den Kampf als strategisch bedeutende Stadt. Denn wer Sawija kontrolliert, kontrolliert auch eine wichtige Küstenstraße von Tripolis zur tunesischen Grenze. Über diese Hauptstraße werden Nahrungsmitteln und Benzin in die Hauptstadt transportiert.

Augenzeugen berichten dazu jedoch Widersprüchliches. Zum Teil heißt es, Sawija sei weiterhin umkämpft. Zugleich gibt es Berichte, dass am Sonntag Rebellen auf dem zentralen Markt in Sawija ihre Fahnen geschwenkt und "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen hätten. Auch die NATO konnte keine sicheren Angaben über Sawija machen. Das Blatt könne sich jeder Zeit wenden, verlautete es von der NATO-Zentrale in Brüssel.

Regime zeigt sich zuversichtlich

Libysche Stadt Sawija (Foto: dapd)

Wer kontrolliert Sawija?

Gaddafis Regime widersprach jedoch vehement der Erfolgsmeldung der Rebellen über Sawija. Den Regierungstruppen sei es angeblich gelungen, "diese Banden auszurotten", so äußerte sich Gaddafis Sprecher Mussa Ibrahim laut der Nachrichtenagentur Jana am Sonntagabend in Tripolis. Zuversicht zeigen – darauf zielt die libysche Führung offenkundig ab.

Gaddafis Sprecher gab allerdings zu, dass im Westen des Landes weitere wichtige Städte wie Surman und Garyan umkämpft seien. Die Rebellen hätten sich den Städten genähert und seien in einige Stadtteile eingedrungen. Dennoch – so versicherte Mussa Ibrahim – gebe es keinerlei Gründe, besorgt zu sein. Die Rebellen hatten dagegen verkündet, auch Garyan zu kontrollieren.

Nach Einschätzung des NATO-Oberbefehlshabers für die Libyen-Intervention, Charles Bouchard, seien Gaddafis Truppen militärisch spürbar geschwächt, auch ihre Motivation weiterzukämpfen nehme ab. Eine Militäroffensive größeren Ausmaßes gelänge ihnen kaum noch, so Bouchard. Dies könnte Gaddafis Ansprache erklären - Durchhalteparolen in einem seit Monaten andauernden Bürgerkrieg.

Autorin: Naima El Moussaoui (mit rtr, afp, dpa)

Redaktion: Marion Linnenbrink

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema