1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Gaddafi-Sohn getötet?

Genau ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod von Langzeit-Diktator Gaddafi soll in Libyen auch sein Sohn ums Leben gekommen sein. Zudem meldet die Regierung die Festnahme eines ehemaligen Gaddafi-Sprechers.

In der ehemaligen Gaddafi-Hochburg Bani Walid wird heftig gekämpft. Die Armee hatte am Samstag einen Angriff auf die Milizen in der Wüstenstadt gestartet. Bei den heftigen Kämpfen kamen nach Angaben arabischer Nachrichtensender neun Menschen ums Leben, mehr als 120 wurden verletzt. Unter den Toten habe man auch den Sohn des gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi, Chamis, gefunden, berichtet das libysche Fernsehen.

Er habe die Leiche mit eigenen Augen gesehen, sagte ein TV-Reporter, der bei dem Gefecht verletzt worden war. Der stellvertretende Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur gab über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt, die Leiche sei in ein Krankenhaus in der Stadt Misrata gebracht worden.

Der 29 Jahre alte Gaddafi-Sohn Chamis (Artikelbild) war schon während des Bürgerkrieges im vergangenen Jahr totgesagt worden. Er hatte während der Herrschaftszeit seines Vaters eine Brigade der Regimetruppen kommandiert.

Flucht eines Gaddafi-Vertrauten vereitelt?

Der ehemalige Gaddafi-Sprecher Moussa Ibrahim (Archiv-Foto: dapd)

Der ehemalige Gaddafi-Sprecher Moussa Ibrahim war im Ausland vermutet worden

Nach Angaben der Regierung konnte auch der ehemalige Gaddafi-Sprecher Mussa Ibrahim gefasst werden. Man habe ihn an einem Kontrollposten gefangen genommen worden, als er aus dem umkämpften Bani Walid fliehen wollte, heißt es aus dem Büro des libyschen Ministerpräsidenten. Ibrahim werde nach Tripolis gebracht, wo er vernommen werden soll. Allerdings ist auf der Facebook-Seite Ibrahims eine Sprachaufnahme zu hören, in der er seine Festnahme bestreitet. Die Echtheit dieser Aufnahme konnte bislang nicht überprüft werden.

links#Ibrahim war Sprecher des Gaddafi-Regimes während der Zeit des Bürgerkriegs. Er hatte den Posten kurz nach dem Beginn der Revolte gegen den Machthaber übernommen und der internationalen Presse über Monate die Interpretation der Regierung zu den Ereignissen im Land geliefert. Gerüchte hatten besagt, dass der 38-jährige nach der Einnahme von Tripolis im August 2011 mit seiner deutschen Frau und seinem kleinen Sohn nach Großbritannien geflohen war.

Das 180 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegene Bani Walid wird seit zwei Wochen von Milizen belagert, die Befehle aus der Stadt Misrata erhalten. Grund für den aktuellen Konflikt war die Entführung eines jungen Mannes aus Misrata, der am 20. Oktober 2011 das Versteck Gaddafis in Sirte entdeckt hatte. Omran Schaaban war vor einigen Wochen angeschossen, nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden. Er starb nach seiner Freilassung im Krankenhaus an den Folgen der schweren Misshandlungen.

rb/haz (afp, dapd, dpa)

Die Redaktion empfiehlt