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Aktuell Europa

Gabriel will Ukraine helfen

Der deutsche Vizekanzler auf dem Maidan: Bundeswirtschaftsminister Gabriel ist von Russland in die Ukraine weitergereist. Die frühere ukrainische Regierungschefin Timoschenko kam derweil nach Berlin.

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Krim-Krise: Diplomatie läuft ins Leere

Bei einem Besuch auf dem Maidan-Platz in Kiew hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Europäer zu Unterstützung der Ukraine aufgerufen. Das Land könne Strom zum Beispiel nach Polen exportieren, schlug er nach einem Treffen mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk vor. Dazu fehlten aber noch die entsprechenden Netze, räumte er ein.

Gabriel war am Donnerstag als erstes ranghohes westliches Regierungsmitglied seit Beginn der Krim-Krise in Russland mit Präsident Wladimir Putin zusammengetroffen. Am Freitag besuchte er den Maidan-Platz in Kiew, wo zahlreiche Menschen bei Protesten getötet worden waren. "Das ist sehr bedrückend", sagte Gabriel mit Blick auf die vielen für die Opfer niedergelegten Blumen.

Sorgen der Wirtschaft

In der deutschen Wirtschaft wächst inzwischen die Sorge, dass der Konflikt um die Halbinsel Krim Folgen für Deutschland haben könnte. "Wir sollten uns keine Sanktionen leisten, weil das eigentlich für uns keine Option ist", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, im Deutschlandfunk.

Der Präsident des Münchner Info-Instituts, Hans-Werner Sinn, warnte in der "Passauer Neuen Presse", angesichts der schleppenden Energiewende könne Deutschland auf absehbare Zeit gar nicht auf russisches Gas verzichten. Russland ist neben Norwegen wichtigster Erdgaslieferant der Bundesrepublik.

Timoschenko in Deutschland

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko traf unterdessen in Berlin ein, wo sie sich wegen eines Rückenleidens behandeln lassen will. Vom Flughafen Schönefeld aus wurde sie direkt in das Universitätsklinikum Charité gefahren.

Timoschenko kam aus Dublin. Dort war sie am Rande des Gipfels der konservativen europäischen Parteien auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengetroffen. Timoschenko sagte anschließend der Nachrichtenagentur Reuters, die bisherigen EU-Sanktionen gegen Russland hätten "keine fühlbaren Ergebnisse gehabt" und müssten verschärft werden. Das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich aber überzeugt, dass das Aussetzen der Verhandlungen über Visa-Erleichterungen in Moskau Wirkung zeigt. Es sei "sicher in Moskau angekommen und verstanden worden, dass das ein ganz deutliches Signal ist", sagte ein Sprecher.

det/wl (afp, dpa)

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