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Politik

Gabriel spricht USA Führungsrolle ab

Bei der internationalen Klimakonferenz in Washington gab es deutliche Differenzen zwischen Industrie- und Schwellenländern. In einer Frage sind sich auch die USA und Europa nicht einig.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (Foto: dpa)

Laut Gabriel geben die Europäer im Klimaschutz den Ton an

Am Rande der Konferenz im State Department wurden am Dienstag (28.04.2009) unterschiedliche Auffassungen darüber laut, wer die weltweite Führungsrolle beim Klimaschutz innehaben soll. Zum Auftakt des Treffens am Montag hatte US-Außenministerin Hillary Clinton dies für Amerika reklamiert.

Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel sieht dagegen weiter Europa als Vorreiter. Als Europäer könne man "selbstbewusst sagen, dass die Vereinigten Staaten noch weit davon entfernt sind, beim Klimaschutz eine Führungsrolle zu spielen", sagte der SPD-Politiker in Washington.

"Reduktionsziele nicht genug"

US-Außenministerin Hillary Clinton (Foto: AP)

US-Außenministerin Clinton auf der Klimakonferenz

Gabriel lobte zwar, dass die USA unter Präsident Barack Obama nun doch zu einem verpflichtenden Abkommen zum Klimaschutz bereit seien. Die bisher von der US-Regierung vorgelegten Reduktionsziele seien allerdings "aus Sicht der Europäer noch nicht genug".

Positiv bewertete der Bundesumweltminister auch den Umstand, dass die Mitwirkung der USA neue Dynamik in die internationalen Verhandlungen bringe. Dadurch sei "Schluss damit, dass sich alle anderen hinter den Amerikanern verstecken können", betonte Gabriel. Zwischen den Regierungen Bush und Obama herrsche im Klimaschutz "ein Unterschied wie Tag und Nacht". Gabriel und die Delegationsleiter der anderen Teilnehmer-Nationen waren am Montag im Weißen Haus von US-Präsident Barack Obama empfangen worden.

Industrieländer sollen mehr zahlen

Rauchende Industrie-Schornsteine (Foto: AP)

Die Schwellenländer wollen die Industrieländer stärker in die Pflicht nehmen

An der Klimakonferenz nahmen die weltweit 17 führenden Wirtschaftsmächte teil. darunter auch Schwellenländer wie China, Indien und Russland. Nach Angaben von Beobachtern traten klare Differenzen zwischen Industrie- und Schwellenländern zutage. Strittig war vor allem die Frage, inwieweit sich die Schwellenländer auf verbindliche Klimaziele verpflichten lassen.

Aus der Sicht der wirtschaftlich aufstrebenden Länder müssen die reichen Industriestaaten den größten Teil der Klimaschutz-Kosten tragen. Laut Minister Gabriel zeigte sich in dieser Diskussion "keine Bewegung".

Auch der US-Klimabeauftragte Todd Stern erwartet weiterhin schwierige Verhandlungen "Es wird nicht leicht werden, zu einer Einigung zu kommen", sagte er mit Blick auf die für Dezember geplante UN-Konferenz in Kopenhagen. Dort soll ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet werden. Er sei nach der am Dienstag zuende gegangenen Konferenz in Washington aber "ein bisschen optimistischer", erklärte Stern. (gri/kle/afp/dpa)

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