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Deutschland und die USA

Gabriel: Kooperation mit USA muss respektvoll bleiben

Man braucht kein Prophet zu sein, um eine raue See im transatlantischen Verhältnis vorherzusagen. Doch der frischgebackene Bundesaußenminister begann schon am Tag der Amtseinführung damit, Wogen zu glätten.

Sigmar Gabriel löst Frank-Walter Steinmeier als Außenminister ab (picture alliance/AA/M. Tantussi )

Der neue Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mit seinem Vorgänger und SPD-Parteifreund Frank-Walter Steinmeier

Der neue Außenminister Sigmar Gabriel hat sich bei seiner Antrittsrede für eine respektvolle Zusammenarbeit mit den USA auch unter Präsident Donald Trump ausgesprochen. "Was immer in den USA für Töne zu uns herüberschallen, für uns muss es eine Orientierung bleiben", sagte der Noch-SPD-Vorsitzende im Auswärtigen Amt in Berlin. "Unsere Hand sollte ausgestreckt bleiben." Deshalb wolle er auch bald seinen künftigen US-amerikanischen Amtskollegen Rex Tillerson sprechen. Der bisherige Öl-Manager soll Außenminister von Trump werden. 

Gabriel warb auch für ein starkes Europa. "Das europäische Einigungswerk steht auf dem Spiel", sagte Gabriel vor hunderten Diplomaten. Europa bleibe das größte Zivilisationsprojekt des 20. Jahrhunderts. In keiner Region der Welt könne man freier, demokratischer und sicherer leben. "Wir werden um dieses Europa kämpfen", sagte er.

"Wir sind Zeitzeugen einer Neuvermessung der Welt"

Gabriel betonte auch, er wolle seine Außenpolitik vom bevorstehenden Wahlkampf trennen. "Dass wir jetzt eine Bundestagswahl haben, sollte uns so wenig wie möglich interessieren", sagte er. Die außenpolitischen Herausforderungen seien dafür zu groß. "Wir sind Zeitzeugen einer Neuvermessung der Welt." Er wolle sich als oberster Diplomat für eine gerechtere und nachhaltigere Globalisierung einsetzen - denn davon hänge auch die internationale Sicherheit ab.

Seine erste Auslandsreise unternimmt Gabriel keine 24 Stunden nach seinem Amtsantritt am Samstag nach Paris. Bei einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault werde es vor allem um die Europäische Union in schicksalhaften Zeiten, aber auch um Krisen wie in Syrien oder in der Ukraine gehen, sagte ein Außenamtssprecher. Für eine Reise in die USA gibt es zwar Planungen, aber noch keinen Termin.

Erstes Telefonat von Trump und Merkel am Samstag 

Derweil wurde bekannt, dass Trump am Samstag erstmals mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonieren wird. Die Information kam vom Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Trumps bisherige Äußerungen zu der Kanzlerin waren ambivalent. Wiederholt kritisierte er Merkels Flüchtlingspolitik scharf, lobte sie aber als Person. Beide sind sich bisher nicht begegnet. 

Mit wehmütigen Worten verabschiedete sich der ausgeschiedene Außenminister Frank-Walter Steinmeier von seinen Mitarbeitern. "Ihr seid ein großartiger Laden, ich werde euch vermissen", sagte er. "Ich weiß nicht, ob ein einzelner Minister dieses stolze Amt prägen kann", sagte Steinmeier. "Aber eines weiß ich ganz sicher, dieses Amt hat mich geprägt, Sie haben mich geprägt." Steinmeier scheidet aus dem Kabinett aus, weil er am 12. Februar als Kandidat der großen Koalition bei der Bundespräsidentenwahl antritt. Seine Wahl gilt als sicher.

sti/uh (afp, dpa)