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Ostafrika

Gabriel dringt im Südsudan auf stärkere Friedensbemühungen

Der Bürgerkrieg im Südsudan treibt Millionen Menschen in die Flucht. Die Hälfte der Bevölkerung hat nicht genug zu essen. Bei seinem Besuch nimmt Außenminister Gabriel Regierung und Rebellen gleichermaßen in die Pflicht.

Deutschland Außenminister Gabriel besucht Südsudan (picture-alliance/dpa/K. Nietfeld)

Sigmar Gabriel trifft den Präsidenten der Republik Südsudan, Salva Kiir

"Der Südsudan hat es wirklich verdient, nach so vielen Jahren des Kriegs endlich Frieden zu finden und seine wirtschaftliche Entwicklung und den Wiederaufbau des Landes voranzutreiben", sagte Außenminister Gabriel bei einem Besuch in dem erst seit sechs Jahren unabhängigen afrikanischen Land. Gabriel forderte nach einem Gespräch mit Präsident Salva Kiir mehr Sicherheit für humanitäre Hilfsleistungen zugunsten der notleidenden Bevölkerung. "Es ist manchmal lebensgefährlich für Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen", sagte er. Erst im März waren nach Angaben des Hilfsbündnisses "Aktion Deutschland Hilft" (ADH) sechs Helfer der Vereinten Nationen in dem Land aus dem Hinterhalt erschossen worden.

Der deutsche Außenminister Gabriel zeigte sich auch besorgt über den Einsatz von Kindern in dem Bürgerkrieg. Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF soll es 17.000 Kindersoldaten geben - auf Seiten der Rebellen, aber auch bei den Regierungstruppen. Kiir habe zugesagt, die Rekrutierung von Kindersoldaten als Verbrechen zu ächten.

Appell an die Regierung

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Welt. Zwei Jahre nach der Unabhängigkeit war Ende 2013 ein blutiger Bürgerkrieg ausgebrochen. Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Der Konflikt zieht sich entlang ethnischer Linien, die Vereinten Nationen warnten im Dezember vor einem Völkermord.

Gabriel rief beide Seiten ausdrücklich zum Einlenken auf. "Das ist nicht nur eine Aufgabe der Rebellen, sondern auch der Regierung und des Präsidenten selber", sagte der SPD-Politiker.

Zehntausende Menschen sind im Zuge des Bürgerkrieges schon getötet worden. Knapp vier Millionen der rund zwölf Millionen Südsudanesen befinden sich auf der Flucht, die Hälfte davon in Nachbarländern wie Uganda. Etwa 16.000 Blauhelmsoldaten, Polizisten und zivile UN-Mitarbeiter bemühen sich um eine Stabilisierung des ostafrikanischen Landes.

Die Bundeswehr beteiligt sich mit 16 Stabsoffizieren und Militärbeobachtern, die Gabriel besuchte. Der Chef der Mission, David Shearer, wünscht sich von Deutschland ein stärkeres Engagement.

Mehr humanitäre Hilfe benötigt

Wegen der Krise steht der Südsudan außerdem am Rande einer Hungersnot. Helfer haben zu großen Teilen des Landes nur beschränkt Zugang. Rund sechs Millionen Südsudanesen - etwa die Hälfte der Bevölkerung - haben nach UN-Angaben nicht genug zu essen. Rund 270.000 Kinder sind demnach lebensbedrohlich mangelernährt. Aufgrund des Konflikts ist auch die Wirtschaft des ölreichen Landes stark eingebrochen.

Deutschland hat in diesem Jahr die humanitäre Hilfe für das Land von knapp 60 auf 90 Millionen Euro aufgestockt. Damit werden Projekte im Land selbst, aber auch für die Flüchtlinge in den Nachbarländern gefördert. Das Geld wird unter anderem für medizinische Hilfe, Wasserversorgung, Nahrungsmittel oder Notunterkünfte ausgegeben. Die UN hatten jüngst eine mangelnde internationale Hilfsbereitschaft für die Menschen in den Krisenländern Südsudan, Jemen, Somalia und Nigeria beklagt. Einem Sprecher zufolge haben Geber erst rund die Hälfte der benötigten Summe von 4,9 Milliarden US-Dollar für die Versorgung von Notleidenden gegeben.

rk/sti (dpa, epd)

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