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Politik

G8: Belagerungen, Blockade und Tränengas

Unmittelbar in der Demonstrationsverbotszone am Sicherheitszaun um den G8-Tagungsort Heiligendamm haben sich Gipfelgegner erneut Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Blockade zwischen Bad Doberan und Heiligendamm, Foto: AP

Straßenblockade auf dem Weg nach Heiligendamm

Beide Kontrollstellen wurden geschlossen, Wasserwerfer waren im Einsatz, wie ein Polizeisprecher sagte. Mindestens 800 Demonstranten waren zum Zaun vorgedrungen, Tausende befanden sich in der Nähe. Die Polizei berichtete von massiven Steinwürfen auf Polizisten, Demonstranten von Tränengas- und Schlagstockeinsatz.

Im Laufe des Mittwoch (6.6.) kommen die G8-Staats- und Regierungschefs auf dem Flughafen Rostock-Laage an und gelangen zum Tagungsort Heiligendamm. Logistische Probleme gab es aber laut Polizei wegen des Einsatzes nicht. Die ankommenden Staats- und Regierungschefs würden per Hubschrauber nach Heiligendamm gebracht, Journalisten wurden per Schiff transportiert.

Mindestens 10.000 Demonstranten

Polizei und Demonstranten, Foto: AP

Erneute Auseinandersetzungen

Die Lage eskalierte an einem Kontrollpunkt westlich von Heiligendamm. Polizeisprecher Manfred Lütjann sagte, es gebe massiven Gewalteinsatz gegen Polizisten, es flögen immer wieder Steine.

Mehrere tausend Demonstranten drangen am Mittwoch in Richtung des Zauns vor und umgingen dabei auch mindestens eine Polizeisperre, in dem sie sich in mehrere Gruppen aufteilten und in einen Wald rannten. Insgesamt befanden sich am Mittag mindestens 10.000 Demonstranten rund um Bad Doberan auf dem Weg von oder zu Straßenblockaden, wie die Polizei mitteilte.

Zahlreiche Blockaden

Von den Blockaden betroffen waren mehrere Straßen östlich und westlich von Heiligendamm, wie Organisatoren und Polizei mitteilten. Im Raum des Flughafens Rostock-Laage fanden insgesamt sechs Blockaden statt. Mehr als 5000 Demonstranten besetzten nach Angaben des Organisationsbündnisses Block G8 eine von Bad Doberan zum Sicherheitszaun führende Straße. Zudem blockierten die Demonstranten die kleine Bahn "Molli", die Journalisten transportieren sollte.

Sicherheitszaun in Heiligendamm, Foto: AP

Urteil: Keine Demonstrationen am Zaun

Laut Polizei war auch die Bundesstraße B 105 zwischen Bad Doberan und Reddelich an zwei Stellen blockiert. Die Demonstranten hätten auch Bäume auf die Straße geschafft, sagte ein Polizeisprecher. Eine weitere Straße zwischen Steffenshagen und Reddelich war von mehreren gefällten Bäumen blockiert. Auch östlich von Heiligendamm waren tausende Demonstranten unterwegs und blockierten eine Straße. Die Deutsche Bahn sperrte wegen des Polizeieinsatzes ihre Strecke zwischen Rostock und Bad Doberan.

Sternmarsch verboten

Die Organisatoren hatten am Morgen noch einmal erklärt, die Blockaden seien friedlich angelegt und würden sofort abgebrochen, wenn die Situation zu eskalieren drohe. Demonstrationen in unmittelbarer Nähe des zwölf Kilometer langen Sicherheitszauns sind verboten. Das bestätigte am Mittwoch auch das Bundesverfassungsgericht.

Es bestätigte das Verbot des für Donnerstag geplanten Sternmarsches von Gipfelgegnern bis an den Schutzzaun um das G8-Tagungsgelände. Die Karlsruher Richter begründeten ihre Entscheidung mit Sicherheitsrisiken. Sie folgten damit den Bedenken der Polizei und bestätigten eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Greifswald. Das so genannte Sternmarsch-Bündnis kündigte an, keine weiteren Veranstaltungen anmelden zu wollen. "Wir sehen uns ab jetzt in keinerlei Verantwortung mehr für den Ablauf von Aktionen und Demonstrationen", sagte Sprecherin Susanne Spemberg. (ina)

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