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Kultur

Göttliche Generalprobe

China will als drittes Land der Erde bemannte Raumkapseln in den Weltraum schicken. Noch in diesem Jahr sollen chinesische Raumfahrer ins All geschossen werden. Der letzte Testflug Anfang Januar ist geglückt.

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Sanfte Landung in der mongolischen Steppe

"Shenzou IV" hat es geschafft. Das "göttliche Schiff" Numero vier ist sicher in der Mongolei gelandet. Nach einer Woche Flug im Weltall und 108 Erdumrundungen ist die chinesische Raumkapsel Anfang Januar auf die Erde zurückgekehrt. Nur der "Taikonaut" – das chinesische Pendant zum amerikanischen Astronauten und dem russischen Kosmonauten – verharrt vollkommen regungslos in der Raumkapsel. Vorerst handelt es sich nur um eine Menschenpuppe.

Obst und Reis

Kontroll Zentrum der chinesischen Raumfahrtzentrale während der erfolgreichen Landung der unbemannten Raumkapsel Shenzhou II Peking China

Kontrollzentrum der chinesischen Raumfahrtzentrale

Das soll sich jedoch baldmöglichst ändern. Nach vier Testflügen und der gerade beendeten erfolgreichen Generalprobe ist das ambitionierte Ziel der chinesischen Raumfahrtfunktionäre klar: ein bemannter Raumflug. Voraussichtlich noch 2003 sollen ein bis zwei Taikonauten den Flug ins All wagen. Schon diesmal flog die gesamte Ausrüstung mit: alle Flug- und lebenserhaltenden Systeme – inklusive diverser Portionen Obst und Reis.

Die Volksrepublik will vermutlich schon in der zweiten Jahreshälfte "Shenzou V" starten, meldet die staatliche Nachrichtenagentur China News. Schließlich biete "Shenzou IV" eine solide Grundlage für eine bemannte Mission, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua vermeldet. China wäre nach erfolgreicher Durchführung der Mission erst das dritte Land der Erde mit einem eigenen bemannten Raumfahrtprogramm.

Nationales Prestige

In Anbetracht der geglückten Landung von "Shenzhou IV" hat Staatspräsident Jiang Zemin zur konsequenten Weiterentwicklung des Raumfahrtprogramms aufgerufen. Schließlich handelt es sich um ein ganz zentrales nationales Prestigeobjekt. Die Regierung verspricht sich nicht nur öffentliche Unterstützung im eigenen Land, sondern auch Anerkennung im Ausland.

Seit 1992 arbeiten chinesische Wissenschaftler an der Entwicklung einer geeigneten Raumkapsel. Viel nach außen gedrungen ist unterdes nicht. Das unter militärischer Kontrolle stehende "Projekt 921" findet weitgehend im Verborgenen statt. Die Kosten sind unbekannt. Raumfahrtexperten zufolge, bereiten sich chinesische Luftwaffenpiloten aber bereits seit Jahren auf bevorstehende Raumfahrten vor.

Zukunftsvision Mars

Zukünftig soll die auf der russischen "Sojus"-Kapsel basierende "Shenzhou" gar als Grundelement einer chinesischen Raumstation im All dienen. Ermutigt vom Erfolg sprechen chinesische Regierungsbeamte schon von einer möglichen Mars-Erkundung. "Das kurzfristige Ziel ist es, Chinesen ins All zu schicken," erklärt der Leiter des "Shenzou"-Projektes Huang Chunping, nach einer Meldung der

73 Sekunden vor der Explosion

Space shuttle Challenger

amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. "Die große Zukunftsvision ist es aber, den Weltraum zu erforschen." Vielleicht werden sogar bald chinesische Träume von einer Fahne der Volksrepublik auf dem Mond wahr. Irgendwo da müsste noch eine amerikanische Flagge hängen. (mb)

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