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Wissen & Umwelt

Gääähn - da ist der Frühling!

Mit den ersten Sonnenstrahlen treibt's die Ersten sofort an die frische Luft - ins Café, auf's Rad - ganz egal. Und plötzlich werden wir müde. Frühjahrsmüde! Ja, das gibt es wirklich. Wie das kommt, erfahren Sie hier.

Es ist so weit: Die ersten Blumen blühen, Bäume werden grün, Tiere erwachen aus dem Winterschlaf - und auch die Menschen kommen aus ihren Häusern.

"Der Mensch wird im Frühling aktiv, weil höhere Temperaturen und mehr Tageslicht den Organismus stimulieren", sagt Umweltmediziner Frank Bartram, "beides hat positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel". So verändere sich der Hormonhaushalt im Frühjahr: Beispielsweise werde Serotonin - auch als Glückshormon bekannt - vermehrt ausgeschüttet. Insgesamt stelle der Körper sich mit Beginn des Frühlings von einer Art Wintermodus auf warme Temperaturen um - doch genau diese Umstellung ist auch die Ursache für die allseits bekannte Frühjahrsmüdigkeit.

Frühlingsmodus an

"Es gibt verschiedene Wirkungswege der Umwelt auf den Menschen", erklärt Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). So nehme die Umgebung über die Haut, die Atmung, die Nahrung, die Sinne und das vegetative Nervensystem Einfluss auf den menschlichen Organismus.

"Frühjahrsmüdigkeit ist eine Kombination dieser Faktoren", so Matzarakis. "Die Haut ist von steigenden Temperaturen und zunehmender Sonneneinstrahlung betroffen, die Atmung vor allem durch die Pollenbelastung im Frühling beeinflusst." Zudem träten häufig Kopfschmerzen durch die Wetterveränderung auf.

"Der Körper kommt mit diesen Veränderungen in Tageslänge, Licht und Temperatur nicht so schnell klar", sagt Matzarakis. "Deswegen kommt es häufig zu Erschöpfungserscheinungen, die als Frühjahrsmüdigkeit bekannt sind." In der Regel brauche der Körper für die Umstellung ein bis zwei Wochen - abhängig davon, wie kalt und wie lang der Winter war.

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Fit für den Frühling mit Sport und Fasten

Allerdings hat nicht nur der Frühling Einfluss auf den menschlichen Organismus - auch die anderen Jahreszeiten können dem Körper durchaus zu schaffen machen. Zum Beispiel der Sommer: "Temperaturen zwischen 20 Grad und 30 Grad wirken sich positiv auf unseren Organismus auf", erklärt der Meteorologe Matzarakis, "aber wenn die Temperaturen sich dem Bereich der Körpertemperatur nähern, werden sie eher zur Belastung. Der Körper kann die Wärme nicht mehr gut abführen." Konsequenzen reichten hierbei von Erschöpfungserscheinungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen und Tod.

Und wieder alles retour

Der auf den Sommer folgende Herbst stellt den Körper vor ähnliche Herausforderungen wie der Frühling: "Der Körper muss sich wieder umstellen, dieses Mal von warm auf kalt", so Matzarakis. Das kann erneut erschöpfend sein - "obwohl der menschliche Körper ja eigentlich die Fähigkeit besitzt, mit dem Wechsel von warm auf kalt und andersherum umzugehen."

Mit dem Winter stellt der Organismus sich auf kalte Temperaturen ein, "es lässt sich schon sagen, dass der Mensch sich dann in einer Art Wintermodus befindet", so Matzarakis - auch wenn das nicht mit dem Winterschlaf von Tieren vergleichbar sei. Beispielsweise aber werde durch kürzere Tage und die Dunkelheit vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet.

Die verschiedenen Jahreszeiten beeinflussen den Mensch also durchaus - mittlerweile allerdings immer weniger, denn der Normalverbraucher hält sich heute bis zu 90 Prozent des Jahres in Innenräumen auf. "Dadurch nimmt der Einfluss der Jahreszeiten auf den Organismus eindeutig ab", sagt Umweltmediziner Bartram.

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