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Asien

Fukushima: Wettlauf gegen den Super-GAU

Japan klammert sich in der Atomkatastrophe an jede kleine Hoffnung: Technikern gelang es, ein Stromkabel zum zerstörten Reaktor in Fukushima zu legen. So soll die Kühlung der Brennstäbe wieder in Gang gebracht werden.

Das zerstörte Kernkraftwerk in Fukushima (Foto: AP)

Die zerstörte Anlage in Fukushima

So steigt nun auch die Hoffnung, die zerstörte Anlage in Fukushima wieder unter Kontrolle zu bringen und eine nukleare Katastrophe zu verhindern. Die Arbeiten zur Verlegung eines Stromkabels zum Reaktor 2 wurden nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) erfolgreich abgeschlossen.

Satellitenbild von Fukushima (Foto: AP)

Ein Satellitenbild des Atomkraftwerks

Die Stromversorgung soll aber erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Maßnahmen zur Wasserkühlung des Reaktors 3 von außen abgeschlossen seien, teilten die japanischen Behörden der IAEA mit. Hubschrauber und Wasserwerfer versuchten am Donnerstag (17.03.2011), den teils zerstörten Reaktor vom Boden und aus der Luft mit Wasser zu kühlen. Dies soll am Freitag fortgesetzt werden. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte der Strom am Freitag oder Samstag im Reaktor 2 angeschaltet werden. Es ist aber unklar, ob das Kühlsystem des Reaktors überhaupt noch funktioniert. Über Block 2 stieg am Abend erneut Rauch auf.

Mit Hubschraubern und Wasserwerfern

Mit Hubschraubern aus der Luft und Wasserwerfern am Boden versuchten die Soldaten, vor allem den havarierten Reaktor 3 zu kühlen. Der Betreiber Tepco wertete den Einsatz als Erfolg, weil Wasserdampf aus dem überhitzten Meiler aufgestiegen sei. Die Behörden gaben dennoch keine Entwarnung.

Hubschrauber im Einsatz in der Gegend von Fukushima (Foto: AP)

Von Hubschraubern aus wird Kühlwasser abgeworfen

Die Hubschrauber können nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK 7,5 Tonnen Wasser fassen. Doch das zielgenaue Treffen ist schwierig. “Am wichtigsten ist jetzt, große Wassermengen auf die Reaktorblöcke 3 und 4 zu schütten, vor allem um die Kühlbecken zu füllen“, sagte Atombehörden-Sprecher Hidehiko Nishiyama der Agentur Kyodo.

Kurzes Aufatmen in Tokio

Die radioaktive Strahlung in der Evakuierungszone um das zerstörte Kraftwerk stieg am Donnerstag deutlich an, in Tokio blieb sie dank des aufs Meer gerichteten Westwinds unter gesundheitsschädlichen Werten, wie die IAEA in Wien mitteilte.

Ein Angehöriger im japanischen Erdbebengebiet

Keine Hoffnung mehr aus Überlebende im Erdbebengebiet

US-Präsident Barack Obama ordnete angesichts der Ereignisse in Japan eine “umfassende“ Sicherheitsüberprüfung für die amerikanischen Reaktoren an. Die US-Atomkraftwerke seien in der Vergangenheit “intensiv geprüft“ und für sicher befunden worden, für alle möglichen extremen Fälle, sagte Obama am Donnerstag. “Aber wenn wir eine Krise wie die in Japan sehen, haben wir eine Verpflichtung, aus diesem Ereignis zu lernen.“ Die Regierung in Washington hatte am Mittwoch allen Amerikanern nahe gelegt, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern um Fukushima zu verlassen. Außerdem begannen die USA am Donnerstag damit, Amerikaner auf freiwilliger Basis aus Nordjapan auszufliegen. Weitere Evakuierungsflüge sollen folgen. Das US-Verteidigungsministerium schickte ein Spezialistenteam für den Kampf gegen die Atomkatastrophe nach Japan.

Mehr als 15.000 Tote und Vermisste

Die Zahl der Toten und Vermissten ist nach dem Erdbeben vom vergangenen Freitag auf mehr als 15.000 angestiegen. Offiziell seien bislang 5692 Tote registriert, wie der Fernsehsender NHK am Donnerstag (17.03.2011) unter Berufung auf die Polizei berichtete. 9506 Menschen würden weiterhin vermisst. Ein Großteil der Vermissten wird noch in den Trümmerbergen der vom Tsunami überschwemmten Siedlungen im Nordosten Japans vermutet. Die Rettungsteams haben die Hoffnung praktisch aufgegeben, noch Überlebende zu finden. Hilfskräfte und Überlebende haben erheblich unter Schneefall und Winterwetter zu leiden.

Autor: Marko Langer (dpa, rtr, afp)
Redaktion: Walter Lausch

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