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Bildung

FUBiS: So macht Studieren Spaß!

Über 50 Kurse, höchstes Niveau, sechs Wochen Turbo-Schnupperstudium und: viel Berlin. Für rund 500 Studierende aus aller Welt ist die Sommeruni der FU "a perfect programme in a perfect city".

FUBiS: Sommeruni der FU Berlin (Teilnehmer mit FUBiS-Schild) - Foto: FUBiS

Studium mit Sightseeing

Es ist Dienstag, neun Uhr früh. Sommermorgenstimmung in der Silberlaube, einem der Hauptgebäude der Freien Universität Berlin: Die Sonne scheint durch große Fenster in die Flure, die Caféteria macht gerade erst auf, eine Handvoll Studenten schlendert leise murmelnd in Richtung Hörsaal. In einem kleinen Seminarraum am anderen Ende der Silberlaube dagegen rauchen bereits die Köpfe. Hier sitzen Kristine aus Virginia, Dorothy aus London und Rina aus Tokio im Intensivkurs Deutsch. Zusammen mit acht Kommilitonen gehören sie zu den insgesamt 150 Teilnehmern des zweiten Terms des FUBiS-Programms – des aktuellen Durchgangs der internationalen Sommeruniversität an der FU Berlin. "Intensivkurs Deutsch", sagt Kristine, "das heißt Deutschunterricht von montags bis freitags, jeweils von neun bis halb vier, sechs Wochen lang." Aufsätze schreiben, Referate halten, Grammatik üben. "Dazu lesen wir Texte über Berlin, über deutsche Geschichte. Es ist wirklich anstrengend."

Turbo-Schnupperstudium auf höchstem Niveau

FUBiS: Sommeruni der FU Berlin (Exkursion zum Reichstag) - Foto: FUBiS

Exkursion zum Reichstag

FUBiS-Kurse sind Kurse auf hohem akademischem Niveau, zugeschnitten auf internationale Undergraduates. "FUBiS!", erzählt Sy Hoekstra, der an der Columbia-Universität in New York Deutsche Sprache und Literatur studiert, lautete auch die Antwort seines Professors auf die Frage, wo man denn im Sommer am besten seine Deutsch- und Deutschland-Kenntnisse aufpoliere. Neben den Deutschkursen gibt es natürlich auch Fachkurse, die auf Englisch abgehalten werden. Schwerpunkte: Deutsche Geschichte und Literatur, Europapolitik, Internationale Beziehungen. Das Besondere dabei sei, so FUBiS-Programmkoordinatorin Sophia Krause, dass man Fach- und Sprachkurse kombinieren könne. "Niemand muss perfekt deutsch sprechen, um hier zu studieren – man kann auch nebenbei einen Deutschkurs machen. Fachkurse können trotzdem besucht werden." Obendrauf gibt’s für die Teilnahme am FUBiS-Programm Credits, die dann auch an den Heimatuniversitäten anerkannt und den Studenten angerechnet werden. Wer Glück hat, bekommt mehr als zuhause für ein ganzes Semester.

FUBiS: Sommeruni der FU Berlin (Berliner Mauer Tour) - Foto: FUBiS

Bummel in der City

Seit zwölf Jahren versucht die FU, über ihre Sommer-Universität internationale Studierende für ein Studium in Deutschland zu begeistern und sich als internationale Netzwerk-Uni zu etablieren. Seit 2007 ergänzt ein Winter-Term das Programm. Inzwischen ist FUBiS – mit mehr als 50 Kursangeboten – die größte multidisziplinäre Sommer- und Winteruniversität Deutschlands. Rund 500 Studierende aus über 60 Ländern nahmen im letzten Jahr teil, für dieses Jahr rechnen die Organisatoren mit ähnlichen Zahlen. Trotz Teilnahmegebühren zwischen 800 und 2000 Euro pro Kurs.

Berlin-Bonus: Kaffee mit Botschaftern, Diskussionen in der Moschee

Billig sei das sicher nicht, lacht Blake Busse. Er ist Wirtschafts- und Politikstudent aus Boulder, Colorado – und hier bei FUBiS im Kurs "Understanding the European Union" eingeschrieben. Aber: "Die Lehrer sind sehr engagiert, helfen uns, diskutieren mit uns, sehr konstruktiv! Hier herrscht wirklich ein anderer Stil in der Lehre. Mehr Interaktion, weniger Textarbeit." Der eigentliche Vorteil des Programms aber sei, dass es eben in Berlin stattfinde. "Nach dem Unterricht fahren wir fast jeden Tag noch raus in die Stadt und treffen Wissenschaftler oder Botschafter. Für meine Zwecke ist es das perfekte Programm in der perfekten Stadt." Wo und wann immer es geht, versuchen die Programmkoordinatoren die Stadt in die FUBiS-Kurse zu integrieren. Führungen durchs Regierungsviertel, Museumsbesuche und Gespräche mit Politikern gehören zum Standardprogramm. "Im letzten Jahr", sagt Sophia Krause, "sind die Studenten nach Kreuzberg gefahren und haben dort mit einem Imam diskutiert, wie es ist, hier als Muslim in Deutschland zu leben. Sie schätzen das sehr, dass sie vor Ort erleben, was sie im Unterricht gehört haben."

In Zukunft: Graduiertenprogramme und "FUBiS-on-demand"

FUBiS: Sommeruni der FU Berlin (Bootsfahrt) - Foto: FUBiS

Bootsfahrt auf der Havel

Nach dem Erfolg der FUBiS-Kurse für Undergraduates, so Sophia Krause, sollen demnächst auch Kurse für Graduierte angeboten werden. Und: Man arbeite an weiteren FUBiS-on-demand-Projekten – maßgeschneiderten akademischen Weiterbildungsprogrammen für Interessierte außerhalb des Wissenschaftsbetriebs. Im letzten Jahr habe FUBiS beispielsweise ein Programm für das mexikanische Verteidigungsministerium entwickelt. "Wir haben hier zwei Monate lang 15 mexikanische Offiziere gehabt, die im Bereich Friedens- und Konfliktforschung, Internationale Menschenrechte und Gender-Mainstreaming unterrichtet worden sind. Hat wunderbar funktioniert." Ihr Wunsch? Dass die Studenten auf der Welt, gefragt nach der Freien Universität Berlin nicht sagen: "Ja, hab ich schon von gehört!". Sondern: "Ja, da hab ich schon studiert!"

Autorin: Lydia Heller
Redaktion: Gaby Reucher

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