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Sport

Fußballkonflikt mit Verlängerung

Ägyptische Fußballfans haben einen Tag nach der verpassten WM-Teilnahme die algerische Botschaft in Kairo belagert. Zuvor war der ägyptische Botschafter aus Algier zurückberufen worden.

Hunderte Demonstranten vor der algerischen Botschaft in Kairo (Foto: AP)

Anti-algerische Parolen bei Ausschreitungen in Kairo

Des einen Freud, des anderen Leid. Die Niederlage gegen Algerien im Qualifikationsspiel um die Fußball-WM 2010 in Südafrika haben ägyptische Fußballfans offenbar nicht verkraften können. Einen Tag nach der Begegnung, die im Sudan ausgetragen wurde, zogen mehrere tausend Menschen in der Nacht zum Freitag (20.11.2009) vor die algerische Botschaft in Kairo und belagerten sie für einige Stunden. Aufgebrachte Fans zerstörten zudem Geschäfte und warfen Feuerwerkskörper.

Gegen Mitternacht waren die ägyptischen Fußballfans rund um die diplomatische Vertretung aufmarschiert. Die Menschenmenge skandierte dabei anti-algerische Parolen und beschimpfte das fußballerisch erfolgreichere Land. Algerische Flaggen wurden angezündet. Die Polizei griff erst nach einigen Stunden ein und löste die Menschenmenge mit Knüppeln auf.

Diplomatische Konsequenzen

Jubelnde ägyptische Fans nach dem Spiel gegen Algerien, die Feuerwerk zünden (Foto: AP)

Beim Hinspiel am Wochenende zuvor jubelte noch Ägypten nach einem 2:0 Sieg

Algerien hatte Ägypten am Mittwoch im entscheidenden Spiel mit 1:0 besiegt und sich damit für die Fußball-WM qualifiziert. Danach war es, wie schon beim Heimspiel Ägyptens gegen Algerien am vergangenen Wochenende, zu Ausschreitungen gekommen. Am Donnerstag rief Ägypten dann seinen Botschafter in Algier zu Konsultationen zurück. Damit protestierte die Regierung in Kairo dagegen, dass ägyptische Fans nach dem Sieg Algeriens in der sudanesischen Hauptstadt Khartum attackiert wurden.

Konsequenzen der Fußballverbände

Der Internationale Fußballverband FIFA kündigte am Donnerstag eine Untersuchung der Vorfälle an. Unterdessen kündigte der ägyptische Fußballverband EFA an, sich nach den Vorfällen aus der Vereinigung der nordafrikanischen Fußballverbände UNAF zurück zu ziehen. Das berichte die ägyptische Nachrichten-Agentur Mena. Der UNAF gehören nun noch Tunesien, Libyen, Marokko und Algerien an.

Autorin: Sabine Faber (dpa, ap, sid)

Redaktion: Julia Elvers-Guyot