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Filme

Fußballfilm: "Die besten Frauen der Welt"

Auch im Damenfußball gab´s ein Sommermärchen. 2007 gewannen die deutschen Frauen die Weltmeisterschaft. Regisseurin Britta Becker schildert den Siegeszug des Fußball-Teams bei der WM in China.

Deutsche Spielerin umkurvt auf dem Platz Gegnerin - Szene aus dem Film Die besten Frauen der Welt (Kinowelt)

Vielleicht ist es ja nur ein Zufall, aber die Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft beginnt für die Frauen mit Boxtraining! Schläge austeilen und abblocken, Seilspringen und an Ringen die Flexibilität erhöhen, über Matten rollen und Hindernissen ausweichen - das Trainingslager soll sie vorbereiten auf das Marathonprogramm in China. Dann hebt das Flugzeug ab, und kaum in Schanghai angekommen, werden die Fußballerinnen in der dortigen Deutschen Schule begeistert empfangen.

Zusammenhalt und verbaler Angriff

Regisseurin Britta Becker hat sich bei der Form ihres Films weitgehend an "Deutschland. Ein Sommermärchen" angelehnt - auch wenn Gegenteiliges behauptet wird. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Produzenten Sönke Wortmann und Tom Spieß heißen. Und die waren schließlich auch für die männliche Variante des filmischen Sommermärchens verantwortlich.

Jubelnde deutsche Fußballerinnen - Szene aus dem Film Die besten Frauen der Welt (Kinowelt)

Geschafft - die Frauen sind Weltmeister

"Die besten Frauen der Welt" bietet Ausschnitte aus allen Spielen mit allen Toren, das Ganze musikalisch untermalt. Und dazwischen Interviewsequenzen mit den Spielerinnen, kurze Impressionen des chinesischen Lebens, und dann die Vorbereitung aufs nächste Spiel oder Anweisungen in der Halbzeitpause von Trainerin Silvia Neid. Jene fordert Zusammenhalt, aber auch verbale Attacken zwischen den Spielerinnen, wenn Fehler gemacht werden.

Nur eine Momentaufnahme

Der Film hat durchaus heitere Momente: Wenn zum Beispiel alle Frauen vor dem Spiel intensiv damit beschäftigt sind, ihre Haare in Form zu bringen, oder wenn die Schiedsrichterin vor dem Spiel mahnt, die Fingernägel zu schneiden. Die meisten Interviews drehen sich um Frauen, Fußball und gesellschaftliche Anerkennung, haben allerdings eher unterhaltenden Charakter.

Konfettiregen über deutschen Fußballerinnen - Szene aus Die besten Frauen der Welt (Kinowelt)

Im Siegestaumel

Alle Spielerinnen wissen die große Attraktion der Weltmeisterschaft nüchtern einzuschätzen: Eine Momentaufnahme, die die Zuschauer in Deutschland vor die Fernsehgeräte holt und 50.000 in die Stadien, die aber nur auf internationaler Ebene funktioniert. Sobald der Bundesligaalltag beginnt, werden wieder nur etwa 500 Zuschauer bei den Spielen sein.

"Das macht mich nicht glücklich!"

Das interessanteste Interview hat die Filmemacherin mit Spielführerin Birgit Prinz geführt. Prinz scheut sich davor, mehr als unbedingt nötig im Fokus der Medien zu stehen. "Ich könnte an 1001 Fernsehshow teilnehmen, auch Interviews geben und dabei sicher auch viel Geld verdienen. Aber das ist nicht das, wonach ich strebe. Auch wenn das die Werte sind, wonach wir in der Gesellschaft streben: Bekannt zu sein, Macht zu haben, Geld zu haben. Aber das ist nicht das, was mich glücklich macht", sagt Prinz.

Birgit Prinz vor Fifa-Plakat (AP Photo/Anja Niedringhaus)

Weltfußballerin - Birgit Prinz

Die schönsten Szenen im Film stammen aus den Minuten unmittelbar vor dem Endspiel. Während die Brasilianerinnen in ihrer Umkleide singen und tanzen und in einem Zustand der Ekstase zur Aufstellung in die Katakomben kommen, sitzen die Deutschen in der Kabine. Kein Wort fällt, alle befinden sich fast in einem meditativen Zustand und stehen in dieser Stimmung dann auch neben den Brasilianerinnen vor dem Einlauf ins Stadion. So kann ein Film über Fußball auch viel über die Mentalität von Menschen aussagen.

11 Freunde Edition, Volume 2: 6 Fussballklassiker, darunter "Die besten Frauen der Welt " von Britta Becker, insgesamt rund 545 Minuten, 32-seitiges Booklet, Anbieter: Kinowelt.

Autor: Bernd Sobolla

Redaktion: Jochen Kürten

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