1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Fußballerisches

Dieser Ball bewegt die Gemüter – diejenigen, die ihn "kicken" auch. Manche steigen zu Fußballgöttern auf, andere verschwinden irgendwann im Reich der Vergessenen. Sprachliche Höchstleistungen vollbringen die Reporter.

König Fußball regiert sprichwörtlich die Welt. König Fußball ist ein – wenn auch unsichtbarer – so doch außerordentlich mächtiger König. Ein Herrscher gar, der die Massen in Begeisterungstaumel, ja Hysterie, überschäumende Freude, abgrundtiefe Enttäuschung und tiefe Depression zu versetzen im Stande ist.

Bizarr und merkwürdig

An Ruud Krol (r) vorbei erzielt Gerd Müller (l) das 2:1 für die Bundesrepublik Deutschland beim Endspiel Deutschland - Niederlande der Fußballweltmeisterschaft 1974 im Münchner Olympiastadion.

Der "Bomber der Nation": Gerd Müller (li.) in Aktion

Und die Macht des Königs reicht auch bis in die Sprache, die in seinem Reich mit ungewöhnlichen Bildern, bizarren Metaphern und allerlei merkwürdigen Wortschöpfungen, Verdrehungen und Unsinnigkeiten aufwartet.

Da gibt es reimende Reporter: "Oh, ich vermute das, der tut das, der Mutas!". Oder sie erheben einige Spieler in himmlische Sphären: "Turek, du bist ein Fußballgott!" wurde einmal dem Torhüter der Weltmeisterelf von 1954, Toni Turek, beschieden. Jahrzehnte später galt ein Spieler von Schalke 04 als "Flankengott vom Kohlenpott".

Alles ist möglich

Porträtfoto des Sportreporters Herbert Zimmermann

Der legendäre Sportreporter Herbert Zimmermann

Im Fußball ist alles möglich", beteuern Fachleute. In der Sprache des Fußballs ebenso, möchte man anfügen. Merkwürdigerweise werden – zumindest von den Fans – auch die abstrusesten Sprachschöpfungen verstanden. So wird für sie für alle Zeiten unzweifelhaft sein, wer der Bomber der Nation gewesen ist. Ein gedrungener, kleiner Fußballer, der allein in der Bundesliga 365 Tore gemacht hat.

"Jenem Mann war es vergönnt, einem späteren Stürmerkollegen einen "Schuss wie ein Pferd" zu attestieren. Auf wundersame Weise ahnt jeder Fußballfreund, was damit gemeint ist. Es gibt auch Schüsse wie ein Brett oder Bälle wie ein Strich. Es gibt Spieler, die im Stande sind, "ein paar Pfund an die Latte zu klatschen" oder "ein Ding abzulassen, das sich gewaschen hat". Auf welche Art auch immer versucht wird, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen ist zweitrangig. Das "Runde muss ins Eckige" und fertig.

Die Künstler

Der Argentinier Lionel Messi (Mitte) spielt den Ball gegen mehrere nigerianische Spieler

Ein "Ballzauberer" - der Argentinier Lionel Messi (Mitte)

Gleichwohl bietet das Spiel durchaus Ästhetisches. Da gibt es die "Filigrantechniker" und "Ballzauberer", denen die "Lederkugel am Fuß zu kleben scheint", die aber dann auch in der Lage sind, einen Pass "mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks" zu timen. Das kann nicht jeder.

Auch nicht die berühmt-berüchtigte "Bananenflanke" zu schlagen, eine Spezialität, die ausgerechnet im hohen Norden Deutschlands erfunden wurde. Die "Bananenflanke" ist ein krummes Ding, das gefährlich und schwer berechenbar in den Strafraum segelt. Erfahrene Torhüter versuchen denn auch, sie mit entschlossener Faustabwehr wegzuboxen. Sie einfach "herunterpflücken" zu wollen; das ist ein riskantes Unterfangen.

Elfmetertöter vom Dienst

Oliver Kahn mit einem Blumenstrauß

Der "Titan" beendete 2008 seine Karriere

Überhaupt die Torhüter, oder – neudeutsch – "Keeper". Was die alles machen! Sie entschärfen Geschosse, drehen Bälle um Pfosten, lenken raffinierte Heber gerade noch über die Latte, machen sichere Beute und begraben Freistöße unter sich. Sie haben überirdische Momente und halten "Unhaltbares". Dennoch müssen sie auch mitunter hinter sich greifen und den Ball aus dem Netz holen.

Einige haben unter vielen anderen auch ganz besondere Fähigkeiten. So bringen es manche bis zum "Elfmetertöter vom Dienst", was zwar keinen Karrieresprung bedeutet, dem gegnerischen Spieler aber, der zum Elfer antritt, die "Knie weich wie Butter werden lässt", sieht der sich doch einem "Titanen" gegenüber. Da heißt es gar nicht erst nachdenken. Sondern nach dem Motto handeln "Das Ding muss rein."

Vorurteile

Apropos denken: Das Vorurteil, Fußballer hätten außer Fußball nichts im Kopf, ist nicht aus der Welt zu schaffen. Man sollte da vorsichtig sein. Es gibt zu diesem Thema hintergründige Äußerungen, die einen schon ins Grübeln kommen lassen. So äußerte sich einmal ein Rostocker Spieler in einem Interview folgendermaßen: "Wenn man 'was im Kopf hätte, wär' man schließlich kein Fußballer geworden." Ob er das wirklich denkt?

Fragen zum Text

Der Ausspruch "Turek, du bist ein Fußballgott" stammt von …

1. Herbert Zimmermann.

2. Heribert Fassbender.

3. Rolf Töpperwien.

Der Fußballer … wurde als "Flankengott vom Kohlenpott" bezeichnet.

1. Karl-Heinz Rummenigge

2. Rüdiger Abramczik

3. Michael Skibbe

Der "Titan" im deutschen Fußball war …

1. Gerd Müller.

2. Oliver Kahn.

3. Günther Netzer.

Arbeitsauftrag

Recherchieren Sie, welche Aussprüche auf welche Fußballer zutreffen. Wählen Sie einen der Fußballer und beschreiben Sie in einen kleinen Textbeitrag dessen Werdegang bis heute.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads